MotoGP-Vorschau 2018: Geheimfavorit Suzuki?

Im vorletzten Teil der MotoGP-Saisonvorschau mit Gustl Auinger sprechen wir über die Chancen von Werksteam Suzuki. Nach tollen Höhenflügen 2016 mit Maverick Vinales, ging 2017 mit Rookie Alex Rins und Ex-Ducatisti Andrea Iannone nichts in die richtige Richtung. Vor allem der Spanier könnte 2018 allerdings für Überraschungen sorgen, und dem italienischen Grand-Prix-Sieger einheizen.

Bei den Vorsaisontests konnte Rins aufzeigen. Wurde er im Vorjahr noch von gleich mehreren Verletzungen beeinträchtigt, so konnte er in diesem Jahr zum ersten Mal in seiner noch jungen MotoGP-Karriere ohne gröbere Blessuren testen. Bei den Testfahrten hielt er sich immer in den Top 10 auf, meist war er auch die schnellere Suzuki. Andrea Iannone war ebenso schnell, er konnte am zweiten Testtag in der Wüste sogar die Bestzeit aufstellen. Kann Rookie Rins dem Italiener im zweiten Jahr also Paroli bieten und ist bald sein erstes Podium fällig?

Auinger: „Ja. Weil Alex Rins ein toller Fahrer ist, das steht außer Frage. In seinem ersten Jahr bei Suzuki war er nicht von Glück gesegnet. Zum einen durch seine Verletzungen und auch die Entwicklungsrichtung war nicht die beste. Dadurch, dass das Team keine Zugeständnisse (hatten keine Test- und Entwicklungsprivilegien; Anm.) machen konnte, mussten sie die Krot schlucken. Iannone ist ein super Fahrer mit einer Naturschnelligkeit, die sagenhaft ist. Jetzt kommt aber mein Einwand: Ich glaube, dass er immer noch nicht angekommen ist bei Suzuki.“

„Er ist ein Ducati-Mann, er liebt und braucht genau diesen Charakter eines Motorrades. Damit hat er mentale Schwierigkeiten. Aber wir wissen jetzt noch nicht, wie gut die Suzuki wirklich ist. Wie viel hat Iannone an reiner Testarbeit geleistet, um alle Fragezeichen für die mögliche Abstimmung zu klären? Aber wenn er mit sich ins Reine kommt, dann ist er dabei. Rins muss man aber auf Augenhöhe mit Johann Zarco sehen.“

Könnte Rins vielleicht sogar an die Vinales-Erfolge anschließen?

Auinger: „Ich würde sagen, auf dem Podium steht er heuer sicherlich. Die fahrerische Klasse eines Johann Zarco hat er. Dank seines Einstiegsjahres, das mega war, hat er natürlich sehr viel Erfahrung, die Alex erst nachholen muss. Das Motorrad fährt offensichtlich sehr gut, aus meiner Sicht besser als die Yamaha. Suzuki hat sich vom V4-Motor verabschiedet und nichts anderes gemacht, als das Prinzip der Yamaha nachgebaut. Offensichtlich haben sie das jetzt besser im Griff als Yamaha selbst.“

Wie sieht das Kräfteverhältnis bei den Werksteams nun insgesamt aus? Warum liegt das Feld so dicht beisammen? Kann womöglich ein Pilot den Unterschied ausmachen?

Auinger: „In der aktuellen MotoGP ist sehr schwierig geworden, um als Fahrer noch den Unterschied auszumachen. Wenn ein klares Limit vom Reifen vorgegeben wird, ist es vollkommen egal, wie derjenige heißt, der auf dem Bike sitzt. Der Reifen zeigt die lange Nase. Es liegt an den Technikern und Herstellern, ein Motorrad zu bauen, das in der Lage ist, den Reifen über den längst möglichen Zeitraum so zu nutzen, dass du nicht nach hinten fällst. Das ist der Schlüssel zum Erfolg – nicht unbedingt die Klasse des Fahrers.“

„Ob Honda oder Ducati, beide haben zu Saisonmitte 2017 einen gewaltigen Schritt gemacht beim Reifenmanagement. Das funktioniert über die elektronisch regelbaren Möglichkeiten. Das bedeutet: Wie kann ich meine Motorleistung portionieren. Wenn ich zwei Millimeter am Drehgriff drehe, zünde ich dann eine Bombe oder kommt eine Portion? Es geht darum, wie ich die Leistung punktgenau abrufen kann. Da sind die Möglichkeiten sehr gering.“

„Das Paket von Honda und Ducati ist verflixt stark. Wie sollte jetzt ein toller Fahrer das ausbügeln? Das ist auch der einzige Grund, warum die Top 10 innerhalb von sechs Zehntelsekunden liegen. Weil das Limit klar ist. Wir wissen zwar, welche Rundenzeit sie auf einer Runde fahren können, aber wir wissen nicht, wie weit die Zeiten auf einer vollen Renndistanz auseinander liegen. Rein die Klasse des Fahrers ist nicht mehr von so großer Bedeutung wie zur Zeit der Bridgestone-Reifen, weil der so brutal gut war. Wenn dann ein Fahrer mit sehr viel Herz gefahren ist – wo andere sich schon gedacht haben, ob er spinnt – hat es doch noch funktioniert.“

„Tatsache ist, dass es sehr spannende Rennen sind und dass die Leute fasziniert sind. Das ist der Grund, warum die MotoGP boomt und wir so viele Zuseher haben.“

Die ausführliche Analyse gibt’s in der März-Ausgabe von Rally & more!

Weiterführende Links:

Beitragsbild Fotocredit: Suzuki

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