MotoGP-Vorschau 2018: Zarcos großer Angriff

Im vierten Teil der MotoGP-Vorschau mit Rennlegende Gustl Auinger geht es um den besten Rookie des Vorjahres. Johann Zarco geht auf der Tech-3-Yamaha als ernsthafter Sieganwärter in sein zweites Jahr. Was können wir dem Franzosen 2018 zutrauen und wird sein ehemaliger Teamkollege Jonas Folger jemals wieder MotoGP fahren? Die Antworten.

Mit einer 1:54.029 Minuten Runde markierte Johann Zarco auf der M1 die absolut beste Testzeit in Katar und ging damit als Spitzenreiter aus den Wintertests. Vom Franzosen wird in dieser Saison viel erwartet. Mit mehr Erfahrung als im Vorjahr und dem Selbstbewusstsein eines zweifachen Moto2-Champions sprach er selbst bereits von den ersten Siegen. Könnte Zarco bereits in der ersten Saisonhälfte seinen ersten MotoGP-Triumph einfahren?

Auinger: „Er hat durchaus die Möglichkeit, in der ersten Saisonhälfte schon seinen ersten Sieg einzufahren. Es ist immer so, dass du in der ersten Saisonhälfte mit einem Satellitenbike, das in der Regel ein Vorjahresbike ist, relativ gut gestellt bist. In den Schritten danach hinkst du aber etwas mehr hinterher, weil die aktuellen Werksbikes in anderen Schritten weiterentwickelt werden.“

„Die Yamaha-Situation ist aber eine andere, daher glaube ich, dass er da sehr gut gestellt ist. Er hat bei den Tests alle Modellvarianten probieren dürfen und war wieder – und das ist das Bezeichnende für mich – mit dem 2016er-Motorrad schneller als mit dem 2018er. Das ist der große Widerspruch, der zeigt, dass bei Yamaha wirklich der Wurm drin ist. Wenn ein Hersteller, der über Jahrzehnte weiß, wie man ein Motorrad baut, plötzlich so strauchelt, macht mir das Sorgen.“

#QatarTest-#Losail/J3 #JohannZarco a signé aujourd'hui un véritable exploit à l'occasion de l'ultime séance #WinterTest de l'année. Le pilote #ZfGrandPrixSchool a été crédité d'un fantastique 1'54.029 à moins d’un dixième du record absolu de Jorge Lorenzo (1’53.927) établi en 2008 (pneus de qualifications). Le pilote #Agilis précède de 247/1000e le nonuple Champion du Monde Valentino Rossi VR46 Official et son compatriote Andrea Dovizioso de 302/1000e. #JZ5 signe également la meilleur performance des trois jours du Qatar Test et la meilleure performance #YamahaM1, à deux semaines du début de saison au #Qatar les 16,17 et 18 mars prochains. Site Internet : www.johannzarco.com Facebook : Johann Zarco Officiell Facebook : Fan Club International Johann Zarco Twitter : @JohannZarco1 Instagram : johannzarcoofficial05 #Tech3 #MotoGP #MonsterEnergy #AllezJohann #JZ5 #Zarco #Yamaha #ZfGrandPrix #ZfGrandPrixSchool #Shark #Furygan #TCX #Maxxess #Agilis #PoleMécaniqueAlès #ClBrakes #Bihr #FFM #DuboisMotos #NL #BSBattery #Bollé

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Im Vorjahr ist Zarco von den Routiniers, wie Rossi und Lorenzo, mehrfach für seine Aggressivität kritisiert worden, zu Recht?

Auinger: „Johann schenkt einfach nichts her. Wenn du ihn überholen willst, musst du schneller sein und dir den Platz dafür suchen. Und wenn er 20 Zentimeter zum Überholen braucht und 19 sieht, dann fährt er durch. Seine Aggressivität ist ein Lercherlschas dagegen, wie Marquez in die Weltmeisterschaft gekommen ist. Der ist über die anderen drübergefahren. Er ist über Lenker und Fußrasten gefahren. Daher sollte man die Kirche im Dorf lassen.“

„Wenn man in dieser Kategorie nur riecht, dass man eine Position gewinnen könnte oder dadurch das Podium erreicht, dann wird eben hundert Prozent gefahren und nicht 99,5. Es gibt ganz klare Regeln und wenn er über diese Regeln drüberschießt, dann gibt es eine Bestrafung und fertig. Davon ist er aus meiner Sicht noch einen ordentlichen Schritt weg. Ich kenne ihn schon lange und mag ihn sehr, weil er nichts spielt. Er sagt heute noch, dass Valentino sein großes Vorbild ist. Wann immer er die Gelegenheit hat, eine Runde hinter ihm zu fahren, lernt er von ihm. Er ist anständig, diszipliniert, clever. Er verteilt nur eben keine Geschenke, aber er ist nicht bösartig.“

2018 bekommt Zarco mit Hafizh Syahrin notgedrungen einen neuen Teamkollegen, weil Jonas Folger zurückgezogen hat. Werden wir den Deutschen jemals wieder in der MotoGP sehen?

Auinger: „Jonas tut mir unglaublich leid. Wie er den Vertrag mit Tech 3 unterzeichnet hat, konnte er selbst nicht glauben, was ihm da gelungen und wo er da jetzt angekommen ist. Dann hat er auf dem Sachsenring schon fast wie der Sieger ausgesehen und mit diesem zweiten Platz etwas Großartiges erreicht. Dann schlägt diese Krankheit, die er schon länger mit sich herumträgt, so zu, dass er dann sagen muss zu Herve Poncharal (Tech-3-Teamchef; Anm.), er soll ihn aus dem Vertrag rausnehmen. Das finde ich unglaublich stark. Wenn Menschen einen Traum verfolgen, den Traum quasi schon in der Hand halten und dann auslassen müssen – das ist furchtbar schwer.“

It’s a huge relief that we now have a clear understanding of the situation and how to move forward. The past 6 weeks have been very difficult for me, not knowing what’s happening or why my body shut down completely. I’ve been living with elements of this since 2011 but I’ve always been able to overcome it and we never really knew what it was. It’s unfortunate that it took such a serious episode to finally diagnose the situation but I’m just thankful we now have some answers. I miss my team and all my friends in the paddock. I’ve received a lot of support from everyone on social media, not just fans but my competitors also and this means a lot to me. I’d like to thank everyone at Monster Tech 3 Yamaha and all my sponsors for their belief in me and messages of support. I will be back and stronger than ever, fighting at the top of MotoGP.

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„Diese verdammte Krankheit kann niemand so wirklich verstehen. Es kann auch niemand unterschreiben, dass man wieder hundert prozentig fit ist. Es wird furchtbar schwierig, wieder in so ein Team zu kommen und so ein Niveau zu erreichen. Ein Team, das ihn unter Vertrag nimmt, ist immer mit diesem Restrisiko konfrontiert: Wird er es durchstehen oder kommt es doch wieder? In dieser kalten, rauen Welt ist der menschliche Aspekt nicht vorhanden, der gilt nicht. Ich habe auch Sorge, dass er so einen MotoGP-Vertrag so einfach nicht mehr bekommen wird.“

„In der Moto3 und Moto2 hat er auch schon mit den Symptomen gekämpft, nur mit seinem grandiosen Talent hat er das ein bisschen überspielen können. In der MotoGP ist das nicht möglich. Wenn du einen Schwachpunkt hast, lastet das so schwer auf deinen Schultern, das kannst du nicht einfach runterschütteln. Ich habe mir nur für mich gedacht, er wäre doch ein Naturtalent. Daher würde ich ihn auf ein Superbike raufbinden. Das wäre genau das, wo ein naturbelassener Rennfahrer hingehört. Ich würde mir wünschen, ihn dort noch einmal zu sehen.“

Die ausführliche Analyse gibt’s in der März-Ausgabe von Rally & more!

Weiterführende Links:

Beitragsbild Fotocredit: Tech 3

2 Gedanken zu “MotoGP-Vorschau 2018: Zarcos großer Angriff

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