MotoGP 2017: Die Top 10 Momente

Nicht nur auf vier Rädern ist in der Saison 2017 viel passiert, auch die Akrobaten der MotoGP sorgten für Action. Der vierte Titelgewinn von Marc Marquez war zu Beginn des Jahres noch kaum vorstellbar, denn mit Maverick Vinales und Johann Zarco forderten zwei neue Rivalen den Spanier heraus. Außerdem mischte Legende Valentino Rossi (zumindest bis zu seinem Beinbruch) mit. Der größte Konkurrent sollte allerdings der ruhige, fast unauffällig Andrea Dovizioso werden, der 2017 sein bislang bestes Jahr absolvierte.

10: Vinales‘ erster Yamaha-Sieg

Maverick Vinales wechselte Ende 2016 von Suzuki auf die Yamaha, um dort den Platz von Jorge Lorenzo zu übernehmen. Der Spanier wurde neuer Teamkollege von Valentino Rossi – keine einfache Aufgabe. Doch bereits beim ersten Rennen auf der M1 machte er klar, dass er nicht der Handlanger des „Doktors“ werden will. Nach einem harten Duell mit Andrea Dovizioso sicherte sich im Regen seinen ersten Saisonsieg und übernahm damit auch die WM-Spitze. Es sollten zwei weitere Siege folgen – beim zweiten Lauf in Argentinien und in Frankreich.

09: Marquez‘ Hoppala in Argentinien

Beim zweiten Saisonrennen machte den Piloten ebenso das Wetter zu schaffen wie schon in der Wüste. In Argentinien ereignete sich ein kurioser Grand Prix mit Ausfällen von Marquez, Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo. Besonders bitter für den späteren Vizeweltmeister: Dovizioso wird von Aprilia-Pilot Aleix Espargaro unverschuldet ins Aus geschossen – später sollten dem Italiener diese wichtigen Punkte fehlen. Doch bereits im Training ging es heiß her, Marquez sorgte wieder einmal für eine lustige Einlage. Übrigens passierten auch Johann Zarco und Andrea Dovizioso unfreiwillig komische Slapstick-Aktionen.

08: Marquez‘ Brünn Schachzug

In Tschechien bewies Marc Marquez wieder einmal ein Händchen für die richtige Taktik. Während des Rennens in Brünn begann es plötzlich aufzutrocknen, nachdem es zu Beginn noch feucht war. Bereits in der zweiten Runde fuhr der Spanier an die Box und wechselt auf sein zweites Bike. Andere Fahrer ließen sich mehr Zeit, Rossi kam erst in Runde fünf rein. Das brachte Marquez den entscheidenden Vorteil und schließlich auch den dritten Saisonsieg. Eine Meisterleistung.

07: Folger trumpft bei Heimrennen auf

In seiner Rookie-Saison musste Jonas Folger einige Rückschläge einstecken, meist stand Teamkollege Johann Zarco im Rampenlicht. Das vorzeitige Saisonende in Japan aufgrund gesundheitlicher Probleme war ebenso schwierig zu verkraften. Dennoch kann Folger auf ein großes Highlight seines ersten Jahres auf der Tech-3-Yamaha zurückblicken: Sein Heimrennen. Auf dem Sachsenring gelang dem Deutschen eine gute Aufholjagd von Startplatz fünf. In Runde sechs übernahm er sogar die Führung, fünf Runden konnte er sich an der Spitze halten. Am Ende musste er sich knapp geschlagen geben. 3,3 Sekunden fehlten auf den ersten MotoGP-Triumph.

06: Rossis Siegesfahrt in Assen

Es sollte sein 89. MotoGP-Sieg werden, sein 115. insgesamt. Valentino Rossi kämpfte hart dafür bei der Dutch TT. Auf dem traditionsreichen Kurs in den Niederlanden duellierte er sich mit Landsmann Danilo Petrucci bis zur Ziellinie. Der „Doktor“ bewies am Ende, warum er bereits zu Lebzeiten als Legende verehrt wird. Es sollte Rossis einziger Sieg in dieser Saison werden. Der Italiener konnte dennoch sogar wieder von der WM-Spitze lachen, wenn auch nur kurz. Ansonsten gestaltete sich seine 16. MotoGP-Saison durchwachsen, vor allem aufgrund großer technischer Probleme mit der Yamaha. Außerdem brach sich Rossi prompt nach seinem 300. Rennen das Bein, nur drei Wochen später startete er in Aragon bereits wieder aus der ersten Startreihe – und wurde Fünfter.

Great emotion to be back at the top at the Assen TT in front of an astonishing crowd

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05: Zarcos irrer Zieleinlauf

Johann Zarco hat bereits in Katar geglänzt, als er in seinem ersten MotoGP-Rennen die Führung übernahm. Allerdings stieß er bald auf viel Kritik von Valentino Rossi und später auch Jorge Lorenzo, denn der Franzose trat oft sehr aggressiv gegen die Champions auf. Mit seiner ersten Pole-Position in Assen und dem ersten Podest ausgerechnet in Le Mans zeigte er aber auf. Seinen Kampfgeist bewies der 27-Jährige auch beim Zieleinlauf in Misano, als ihm auf den letzten Metern der Sprit ausging. Er schob seine Yamaha bis zum Zielstrich. Ein Kraftakt, der mit einem WM-Punkt belohnt wurde.

04: Marquez‘ Safe in Valencia

Für kurze Zeit schien der WM-Traum von Andrea Dovizioso noch aufrecht. Denn Marc Marquez sorgte beim Saisonfinale in Valencia für einen Schockmoment. Der Spanier kam in Kurve 1 weit raus, und sorgte mit dem Safe für eine der Szenen des Jahres. Dass der Honda-Pilot solche Stürze noch abfangen kann, zeigte er bereits mehrfach – etwa in Malaysia. Dennoch sah es fast so aus, als würde Marquez die WM-Führung im Kiesbett vergraben. Dass Dovizioso wenig später tatsächlich crashte, wussten die Zuseher zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dennoch ein spannungsgeladener Moment, in dem Marquez seinen Titel rettete.

03: Yamaha-Duell in Le Mans

Die Saison bot viele Siegduelle, doch in Le Mans lag besondere Spannung im Zweikampf zwischen Maverick Vinales und Valentino Rossi. Jung gegen Alt, der aufkommende Star gegen die MotoGP-Legende. Ein Generationenduell. Fast hätte der 38-Jährige seinen 22-jährigen Teamkollegen geschlagen, doch Rossi unterlief ein seltener Fehler. In der letzten Runde schmiss der Italiener den greifbar nahen Triumph ins Kiesbett, Vinales durfte über seinen dritten, und letzten Saisonsieg jubeln.

02: „Mapping 8“ in Malaysia

Was in der Formel 1 als „Multi 21“ bekannt ist, heißt in der MotoGP seit 2017 „Mapping 8“. Diese Teamorder bedeutet einen Waffenstillstand zwischen den Teamkollegen. Doch der Fahrer entscheidet im Rennen selbst, ob er sich auch daran hält. Heißt dieser Pilot Jorge Lorenzo, dann muss man mit Komplikationen rechnen. Der eigenwillige Mallorquiner wollte in Malaysia demonstrieren, dass er immer noch der Champion bei Ducati ist. Andrea Dovizioso konnte nur an Lorenzo vorbeigehen, nachdem diesem ein schwerer Fehler in der letzten Kurve unterlief. Ein Rennen später in Valencia wollte Lorenzo Dovizioso wieder nicht vorbeilassen, wieder wurde ihm die Botschaft auf sein Display geschickt – bis beide Ducatis crashten. 2018 dürfte sich entscheiden, wer die Nummer 1 bei den Italienern sein wird.

01: Dovizioso-Marquez-Duell in Österreich

Den wohl spannendsten Zieleinlauf sahen die MotoGP-Fans in Spielberg. Andrea Dovizioso konnte sich gegen einen dominanten Marc Marquez wehren. Der Spanier versuchte zwar noch eine Attacke in der letzten Kurve, doch der Italiener parierte in weltmeisterlicher Manier. Dovizioso holte sich den dritten seiner insgesamt sechs Siege. Eine sehr ähnliche Situation entstand beim Grand Prix in Japan. Wieder wollte Marquez es mit der Brechstange versuchen, wieder verteidigte sich Dovizioso – ein Rad-an-Rad-Duell um die Weltmeisterschaft.

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