Formel 1 2017: Die Top 10 Überholmanöver

Überholen ist eine eigene Kunst, heißt es immer wieder. Blickt man auf die Statistiken dieser Formel-1-Saison, dann wird klar, dass nicht jeder Pilot diese Kunst auch beherrscht. Insgesamt brachen die Platzwechsel im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte ein (von 866 auf 435 laut Pirelli-Statistik) –  was natürlich auch auf die sensible Aerodynamik der 2017er-Generation zurückzuführen ist.

Dennoch gibt es vereinzelt Fahrer, die immer wieder mit einem artistisch ausgeführten Überholmanöver glänzen konnten. Der Pilot mit den meisten Kunststücken in diesem Jahr: Daniel Ricciardo mit 43. Der Australier sicherte sich 2017 auch die Wertung der meisten Überholmanöver in einem Rennen: 13 in Silverstone. Red Bull setzte sich mit 65 Positionswechsel auch bei den Teams die Krone auf.

Am 2. Adventssonntag wollen wir daher einen Blick auf die schönsten Überholmanöver werfen. Eine Auswahl:

10: Alonso, Hülkenberg & Ocon in Australien

Bereits im ersten Saisonrennen boten Fernando Alonso, Nico Hülkenberg und Esteban Ocon viel Action im Mittelfeld. Auf der Start-Ziel-Geraden hatte der McLaren-Honda-Pilot allerdings keine Chance gegen den Mercedes-Antrieb des Force India und die Renault-Power. Rookie Ocon ging als Gewinner dieses Dreikampfs in die erste Kurve.

09: Grosjean & Massa in China

Romain Grosjean hatte in diesem Jahr einen Hauptgegner, die Bremse. Allerdings zeigte er auch das ein oder andere Mal, dass er seine Crashkid-Vergangenheit hinter sich gelassen hat. In China konnte er ein sehenswertes Überholmanöver gegen Felipe Massa in Runde 48 fahren, allerdings mit deutlich besseren Reifen.

08: Magnussen & Massa in Singapur

Haas-Teamkollege Kevin Magnussen hat sich in Singapur ebenfalls mit dem Williams von Felipe Massa angelegt. Der Däne, der in diesem Jahr bereits hart für seine Manöver kritisiert wurde, konnte im regnerischen Straßenrennen in Singapur aber die Übersicht behalten und den Brasilianer sogar zweimal in einer Runde nach Kurve 6 überholen.

07: Räikkönen, Ricciardo & Bottas in Belgien

Die Ardennen-Achterbahn in Spa-Francorchamps war bereits Schauplatz so manch eines geschichtsträchtigen Überholmanövers – siehe hier. Auch 2017 spielte sich vor allem auf der Kemmel-Geraden nach der berühmt berüchtigten Eau Rouge so manches Kunststück ab. In den Hauptrollen: Kimi Räikkönen, Daniel Ricciardo – und Valtteri Bottas als Ricardo Zonta.

06: Alonso & Sainz in Ungarn

Auch im dritten Jahr mit McLaren-Honda musste Fernando Alonso im Mittelfeld um jeden Punkt kämpfen. Via Teamfunk baute er des Öfteren Frust ab. Beim Grand Prix von Ungarn in Runde 37 durfte sich die Kämpfernatur allerdings über ein gelungenes Manöver gegen seinen jüngeren Landsmann Carlos Sainz freuen, und das auf einer Strecke, auf der Überholen praktisch unmöglich ist. Der zweifache Weltmeister kann es eben immer noch, auch wenn es nur um die silberne Ananas geht. Sainz anerkennend: „Es war sehr schwierig, die Position gegen Fernando zu verteidigen. Er hatte die Pace der Spitzenreiter.“

05: Sainz & Perez in den USA

Dass Carlos Sainz viel von seinem Idol Alonso gelernt hat, stellte er beim Rennen im Wilden Westen (Austin, Texas) unter Beweis. Der Spanier, der zum USA-Grand-Prix von Toro Rosso zu Renault wechselte, schnappte sich den siebten Rang von Sergio Perez, der nachweislich schwierig zu überholen ist. Ein schöner Einstand.

04: Ricciardo & Räikkönen in Italien

Ausgerechnet beim Ferrari-Heimrennen musste Sebastian Vettel seine WM-Führung an Lewis Hamilton abgeben, außerdem gelang Überholkönig Daniel Ricciardo ein souveränes, wenn auch riskantes Manöver gegen Kimi Räikkönen in Kurve 1. Aus der Parabolica heraus war der Red Bull noch acht Zehntelsekunden hinter dem Roten Renner des „Iceman“, auf der Bremse stach der Australier ihn schließlich aus. Übrigens: Das Kunststück in Kurve 1 gegen einen finnischen Fahrer gelang ihm bereits 2014 gegen Räikkönen und 2016 gegen Bottas.

03: Vettel & Ricciardo in China

Fast hätte es Sebastian Vettel mit diesem Manöver gegen Valtteri Bottas in Spanien in die Top 3 geschafft, geworden ist es aber schließlich jenes Manöver gegen – ja, Daniel Ricciardo. Der Australier war nicht immer der Gewinner eines Duells. Zu Saisonbeginn duellierte er sich mit seinem Ex-Teamkollegen in Schanghai in den Kurven 6 und 7 mit dem besseren Ende für den Deutschen. Der Vizeweltmeister war mit diesem Manöver auch für den Award „Action of The Year“ nominiert, konnte diesen jedoch nicht gewinnen.

02: Verstappen & Räikkönen in USA

Es war das Überholmanöver, über das in der Saison 2017 wohl am meisten diskutiert wurde. Und eines mit Konsequenzen für Max Verstappen, der in diesem Jahr weniger spektakulär ans Werk ging. Nachdem der Niederländer im Vorjahr mit seinem Überholmanöver gegen Nico Rosberg im brasilianischen Regen überzeugen konnte und in seinem Debütjahr Felipe Nasr auf der Außenseite in Blanchimont (Belgien) niederringen konnte – und dafür zweimal den „Action of The Year“-Award bekam – ging der mittlerweile dreifache Grand-Prix-Gewinner 2017 leer aus. Auch in Austin wurde ihm der dritte Platz aufgrund des Überfahrens der Streckenlimits bei diesem Manöver gegen Kimi Räikkönen wieder aberkannt.

01: Ricciardo, Stroll, Massa & Hülkenberg

Wer, wenn nicht er, sollte im Jahr 2017 auf Platz 1 landen: Daniel Ricciardo krönte sich in Baku mit einem sensationellen Manöver gegen beide Williams-Piloten und Nico Hülkenberg endgültig zum Überholkönig des Jahres, und löste damit seinen Teamkollegen Verstappen ab. Der Australier setzte sich mit diesem Ritt in Runde 24 auf die dritte Position und sollte sich später noch den Sieg von Sebastian Vettel (Rammstoß) und Lewis Hamilton (lose Kopfstütze) holen. „Baku war bestimmt das Überholmanöver mit der größten Belohnung, weil es schlussendlich zum Sieg führte. Drei auf einmal, das war schon cool“, kommentiert Ricciardo sein Kunststück. Auch von den Fans wurde dieses Manöver zum Überholmanöver des Jahres gekürt.

Hier die Top 10 Funksprüche der Saison 2017 ansehen!

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