Maries Adventskalender | Tag 21

Wir sind bereits im letzten Stint des Formel-1-Adventskalenders angekommen. Eine große Geschichte dieser Saison darf dabei natürlich nicht fehlen: #SwappingSeats

Zwischen den Rennwochenenden in Russland (viertes Rennen) und Spanien (fünftes Rennen) drehte sich die gesamte Aufmerksamkeit um zwei Piloten: Max Verstappen und Daniil Kwjat. Der eine in der Rolle des aufstrebenden Jahrhunderttalents, der andere als gefallener Hoffnungsträger.

Die Vorgeschichte: Verstappen konnte bereits 2015 in seiner ersten Formel-1-Saison mit tollen Fahrten beeindrucken und gewann das Teamduell gegen Carlos Sainz knapp aber doch. Daniil Kwjat wurde nach dem Abgang von Sebastian Vettel zu Ferrari bei Red Bull nachbesetzt. Der Russe konnte an der Seite von Daniel Ricciardo zwar ein paar Akzente setzen, den Durchbruch schaffte er jedoch nie. Er holte 2015 und 2016 je ein Podium.

Sein Heimrennen in Sotschi sollte auf tragische Weise eine Hauptrolle in dem Drama spielen. Auf dem Geschlängel rund um die Olympischen Wirkungsstätten zeigte sich Kwjat besonders motiviert, diese Energie kippte jedoch ins Negative: Gleich zweimal krachte der  22-Jährige in das Heck von Vettel, der daraufhin nicht weiterfahren konnte. Zwar war die Aktion alleine nicht ausschlaggebend, doch brachte sie das Fass zum Überlaufen. Kwjat wurde ins B-Team Toro Rosso abgeschoben, von dort holte man Verstappen in die A-Mannschaft.

Passenderweise wurden sowohl Verstappen als auch Kwjat zur Pressekonferenz in Barcelona geladen. Während der junge Holländer cool reagierte, wirkte Kwjat an seiner Seite gebrochen. Er habe einen Anruf von Helmut Marko erhalten, der ihm die Hiobsbotschaft übermittelte. Danach habe er die Folge einer TV-Serie zu Ende gesehen. Welche? Game of Thrones, welch Ironie. Teamchef Christian Horner argumentierte: „Dany darf seine Entwicklung bei Toro Rosso fortsetzen. Er erhält die Gelegenheit, sich wieder in Form zu bringen und sein Potenzial zu zeigen.“

Vergleicht man die Leistungen der beiden Fahrer während ihrer Zeit bei Red Bull, fällt der deutliche Unterschied auf:

Danill Kwjat Max Verstappen
Rennteilnahmen: 21 17
Siege: 1
Schnellste Rennrunden: 1
Podestplätze: 2 7
Punkte: 116 191
Zielankünfte: 19 15
Punkteresultate: 16 14
Ausfälle: 2 2
Angeführte Rennen: 4
Führungsrunden: 42
Gefahrene Kilometer: 6.036 4.870

Das Märchen von Max Verstappen war nach der plötzlichen Beförderung von Toro Rosso zu Red Bull noch nicht vorbei. Der 19-Jährige krönte sich gleich bei seinem ersten Einsatz für das Top-Team zum Grand-Prix-Sieger. In Barcelona holte er als jüngster Fahrer aller Zeiten (18 Tage und 228 Tage) die 25 Punkte für den Sieg ab. Außerdem folgten sechs weitere Podestplätze in diesem Jahr.

Bei Daniil Kwjat ging es nach der Degradierung weiter bergab. Konnte er im dritten Saisonrennen in China mit dem Red Bull noch als Dritter auf das Podest fahren, war er zwei Rennen später so weit davon entfernt, wie schon lange nicht mehr. Der Russe fuhr ohne Selbstvertrauen und hatte mit der Situation sichtlich zu kämpfen. Fünf Ausfälle sollten folgen. Auch gegen seinen neuen Teamkollegen Sainz konnte er nicht bestehen. Er holte ganze vier Punkte mit Toro Rosso in den verbleibenden Saisonrennen.

Trotzdem gibt es einen Lichtblick: Im Gegensatz zu vielen Spekulationen wurde Kwjat auch für das kommende Jahr bei Toro Rosso bestätigt. Ihm wurde der Vorzug gegenüber dem neuen GP2-Meister Pierre Gasly gegeben. Vielleicht kann er sich wieder erfangen…

Kurz notiert: Der Wechsel von Verstappen und Kwjat sollte nicht die einzige Personalrochade in der Saison 2016 bleiben. Beim Hinterbänklerteam Manor wurde der Indonesier Rio Haryanto ab der Saisonmitte vom französischen Talent Esteban Ocon ersetzt. Haryanto, der als Bezahlfahrer mit millionenschwerer Unterstützung seiner Regierung zu dem Cockpit kam, ging das Geld aus. Er könnte allerdings im kommenden Jahr wieder bei Manor fahren, denn Ocon wechselt zum Mittelfeldteam Force India.

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