Maries Adventskalender | Tag 15

Heute Donnerstag gibt’s im Formel-1-Adventskalender mit dem Hashtag #Laudagate eine umstrittene Aussage vom Mercedes-Team-Aufsichtsratschef nachgeliefert…

Niki Lauda ist für seine medienwirksamen Aussagen bekannt. Der dreifache Formel-1-Weltmeister hatte in dieser Saison als Aufsichtsratsboss des Mercedes-Teams viel Arbeit, vor allem aufgrund des internen Fahrerzwists zwischen Hamilton und Rosberg. Der große Crash in Barcelona markierte dabei einen weiteren Tiefpunkt. Die Silberpfeile schossen sich gegenseitig in der ersten Runde ab und landeten infolgedessen im Kiesbett.

Hamilton hatte zu jenem Zeitpunkt bereits 43 Punkte Rückstand auf Rosberg, der zuvor alle Saisonrennen für sich entscheiden konnte. Nach dem Spanien-Grand-Prix startete der Brite mit der Aufholjagd; er holte Siege in Monaco und Kanada. Bei der Premiere in Aserbaidschan sollte der dritte Streich folgen, doch der 31-Jährige nahm im Qualifying zu viel Risiko auf sich und krachte in die Betonmauer. Startplatz zehn.

Im Rennen kam noch mehr Unheil auf Hamilton zu – darüber an anderer Stelle mehr. Was allerdings nach dem Qualifying passierte, wurde bis vor dem nächsten Rennen in Österreich unter Verschluss gehalten. Am Freitagabend des Spielberg-Wochenendes zeichnete der österreichische TV-Sender ServusTV die Formel-1-Diskussion der Sendung „Talk im Hangar 7“ in Zeltweg auf. Mit dabei waren Red-Bull-Berater Helmut Marko, der Schweizer Journalist Roger Benoit, Moderator Andreas Gröbl und eben auch Niki Lauda.

Im Gespräch wurde natürlich auch das Thema Teamduell bei Mercedes diskutiert. Dabei warf Benoit ein, dass Hamilton doch sein Zimmer nach dem Qualifyingcrash in Baku zertrümmert hätte. Lauda dementierte nicht – im Gegenteil, er bestätigte die Geschichte und meinte sogar, er sei selbst anwesend gewesen. „Lewis hat gesagt, ich darf hier nicht hineingehen, er zertrümmert jetzt alles“, plauderte der Wiener offen vor laufenden Kameras.

 

Zuvor wurde von einem verbesserten Verhältnis gesprochen. Hamilton gab sich überraschend milde und wenig angriffslustig. Den britischen Medien erzählte er sogar von einem versöhnlichen Gespräch in Monaco: „Letztens war ich in dem Pool schwimmen, den wir in unserem Wohnhaus in Monaco teilen. Ich schätze, er hat mich von seinem Apartment aus gesehen, kam herunter und setzte sich auf das Sprungbrett. Nachdem ich ein paar Runden gedreht hatte, haben wir uns zusammengesetzt und uns für eine halbe Stunde unterhalten, ganz entspannt.“ Doch dieser idyllische Frieden sollte nicht lange anhalten.

Lauda packte in der TV-Sendung nämlich aus. „Der Weichspüler war nur eine Lügengeschichte. Der war nur da, damit er irgendwas erzählt. Aber wenn die losfahren, probiert er, was er kann. Das wird immer ärger, je mehr Rosberg vorne ist“, so der Österreicher. Die Story von der Aussprache am Pool und der neuen Harmonie bezeichnete der Österreicher als „Show“.

Nur einen Tag später ruderte das Mercedes-Team zurück. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Team im Namen von Lauda, dass dieser die Aussagen nicht so gemeint habe. „Nach einem Auftritt bei einer Diskussions-Sendung auf ServusTV, die vor dem Wochenende des Österreich-Grand-Prix aufgezeichnet wurde, möchte Niki Lauda gerne folgende Punkte klarstellen: Lewis Hamilton hat während des Rennwochenendes in Baku in keiner Weise ein Hotelzimmer oder seinen persönlichen Fahrerraum an der Strecke beschädigt und Lewis Hamilton hat nicht über das Verhältnis zu seinem Teamkollegen Nico Rosberg gelogen.“

 

Peinlich für den Österreicher, dessen Aussagen „in einem lockeren Umfeld getätigt und verglichen damit stark aus dem Zusammenhang gerissen“ worden waren, argumentierte das Team. Lauda bedaure es sehr, sollten dadurch Missverständnisse entstanden sein. Blöd gelaufen, denn im Fernsehen lassen sich Aussagen nun einmal nicht so einfach manipulieren.

Hamilton, der eigentlich ein sehr enges Verhältnis zu Lauda pflegte, war nach dieser Aktion sauer auf seinen Boss. Gegenüber britischen Medien richtete er dem 67-Jährigen aus: „Die Leute lesen das und glauben, dass es stimmen würde. Dass ich meinen Verstand verloren hätte. Unter dem Strich hat es mir geschadet.“ Der Weltmeister der Jahre 2008, 2014 und 2015 habe die Geschichte aus den Medien erfahren und Lauda sofort eine SMS mit den Worten „Was soll das?“ geschrieben. Die Geschichte würde laut dem Piloten nicht stimmen.

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