Maries Adventskalender | Tag 12

Es ist Montag und zu allem Überfluss beginnt die Woche im Formel-1-Adventskalender diesmal auch noch mit schlechten Nachrichten – und dem Hashtag #TimeToSayGoodbye

Denn nach dem überraschenden Rücktritt von Nico Rosberg werden zwei weitere Piloten 2017 garantiert nicht mehr in der Startaufstellung stehen: Jenson Button und Felipe Massa. Während der Brasilianer das Kapitel Königsklasse bereits endgültig geschlossen hat, ließ sich der Brite ein Hintertürchen offen. Er hat einen Zweijahresvertrag mit McLaren-Honda unterschrieben und wird 2017 als Berater der Mannschaft auftreten – damit ermöglicht er Stoffel Vandoorne die Chance auf ein Stammcockpit. 2018 könnte er wieder in den Boliden einsteigen.

Felipe Massa (2002-2016) Jenson Button (2000-2016)
Rennteilnahmen: 249 305
WM-Titel: 0 1 (2009)
Siege: 11 15
Pole-Positionen: 16 8
Schnellste Rennrunden: 15 8
Podestplätze: 41 50
Zielankünfte: 212 244
Punkteresultate: 152 162
Ausfälle: 38 61
Angeführte Rennen: 42 42
Führungsrunden: 937 763
Gefahrene Runden: 13.834 16.214
Führungskilometer: 4.540 3.890
Gefahrene Kilometer: 69.037 80.602

Der um ein Jahr ältere Button (36) hat am Malaysia-Wochenende die 300-Grand-Prix-Marke überschritten. Gefeiert wurde im McLaren-Motorhome klassisch britisch, ein Pub („The Dog and Button„) wurde errichtet. Es gab spezielle Snacks und Biere, die die Namen „300“, „Somerset Scrumper“ und „Ol‘ Brawny“ trugen. In der ewigen Bestenliste reiht sich der Brite mit 305 Rennstarts nun auf dem dritten Platz ein. Vor ihm liegen nur noch Michael Schumacher (306) und Rubens Barrichello (324).

Button durchlief eine ereignisreiche Karriere, sechs Jahre musste er auf seinen ersten Grand-Prix-Sieg warten. 2006 in Ungarn strahlte er als glücklicher Gewinner im Honda vom obersten Treppchen. Nachdem er ein Jahr bei Williams (2000), eines bei Benetton (2001) und eines bei Renault (2002) hinter sich gebracht hatte, fuhr er von 2003 bis 2005 bei BAR, danach wurde das Team von dem japanischen Hersteller Honda übernommen. Der Durchbruch gelang dem Briten jedoch erst 2009.

Nachdem Honda den überraschenden Ausstieg aus dem Formel-1-Projekt bekannt gegeben hatte, übernahm der Honda-Teamchef, Ex-Ferrari-Superhirn Ross Brawn, die Zügel im Team. Er taufte es auf BrawnGP um und legte eine beeindruckende Saison hin. In diesem Jahr gelangen Button sechs Siege, so viele wie sonst in keiner anderen Saison. Er krönte sich am Ende mit dem WM-Titel. Danach wechselte er zu McLaren, doch an den Erfolgslauf von 2009 konnte er nicht mehr anknüpfen. Mit dem Sieg in Kanada 2011 setzte er ein weiteres Highlight seiner Karriere. Seinen letzten Triumph feierte er in Brasilien 2012.

Felipe Massa (35) stieg zwei Jahre nach Button in die oberste Liga des Motorsports auf. Er bekam bei Sauber seine Chance als Nachfolger von Kimi Räikkönen, 2006 folgte der Wechsel zu Ferrari, wo er den Großteil seiner Karriere verbrachte und die größten Erfolge feierte – angefangen mit seinem Premierensieg in der Türkei 2006. Er fuhr an der Seite von Schumacher, Räikkönen und Fernando Alonso. Die bitterste und zugleich erfolgreichste Stunde seiner Karriere erlebte der Brasilianer vor heimischem Publikum beim WM-Finale 2008. Er wurde für mehrere Sekunden als Weltmeister gefeiert, bis Lewis Hamilton die Ziellinie doch noch als Fünfter überquerte und sich so seinen ersten Titel sicherte.

Was für ein Rennen – so viel Drama, so viel Chaos. Am Ende wird der Vizetitel 2008 Massas bestes Ergebnis in einer WM-Tabelle bleiben. Er konnte nach diesem Sieg nie wieder gewinnen – was auch mit dem schrecklichen Unfall in Ungarn 2009 zusammenhing. Der Brasilianer fuhr im Qualifying in Budapest eine schnelle Runde, als sich vom vor ihm fahrenden BrawnGP von Barrichello eine Feder löste und seinen Kopf mit voller Wucht traf. Massa wurde sofort ohnmächtig und krachte in die Reifenstapel. Er erlitt eine Schnittwunde an seiner Stirn, eine Knochenfraktur am Schädel und eine Gehirnerschütterung. Der Ferrari-Fahrer konnte sich vollständig erholen und fuhr bei seinem Comeback-Rennen 2010 in Bahrain als Zweiter sogar aufs Podium.

In Brasilien 2016 wollte sich der emotionale Brasilianer, der immer gut gelaunt scheint, mit einem besonders guten Ergebnis von seinen Fans verabschieden. Im Regenchaos von Sao Paulo rutschte er jedoch in die Leitplanken. Die Szenen danach ließen kein Auge trocken – nicht nur wegen des Regens…

Button gab erst in seinem „letzten“ Formel-1-Rennen zu, dass er dieses wirklich als letztes Rennen seiner Karriere betrachte. Zuvor wollte er das Wort Rücktritt erst gar nicht in den Mund nehmen. Doch nach 16 Jahren hatte er merklich genug vom Zirkus. Er verabschiedete sich in Abu Dhabi ebenfalls bereits vorzeitig, die Radaufhängung brach während der Fahrt am McLaren, in Runde zwölf war Schluss. Doch der britische Gentleman, wie Button einer ist, nahm es gelassen. So habe er wenigstens mehr Zeit zum Verabschieden, meinte er. Und zum Feiern natürlich. Vielleicht strebt er in Zukunft schon bald eine Karriere als TV-Experte an – er übte bei Ted’s Notebook nach dem Saisonfinale schon mal…

Wenig später – und womöglich mit dem ein oder anderen Glas Schampus intus – standen dann noch weitere Interviews an. Mit den Ex-Kollegen David Coulthard und Mark Webber gelang das dann doch nicht mehr so ganz. Aber was soll’s! Marie wird die beiden Piloten, ihre Persönlichkeiten und Geschichten im Formel-1-Fahrerlager sehr vermissen.

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