Maries Adventskalender | Tag 10

Hinter dem zehnten Türchen des Formel-1-Adventskalenders versteckt sich ein kleiner Fauxpas und der damit verbundene Hashtag #FunnyBunny

Lewis Hamilton und die sozialen Medien, das ist ein ganz eigenes Kapitel. Der Weltmeister des Vorjahres ist ein Meister der Selbstdarstellung und verwendet dazu hauptsächlich Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat. In den sozialen Netzwerken kann er ungefilterte Informationen an seine Fans (das „Team LH“) vermitteln – ohne sich kritischen Journalistenfragen stellen zu müssen. Die Medien werden so übergangen und Hamilton kann sich seine heile Welt so zusammenbasteln, wie es ihm gerade passt.

Schon seit Jahresbeginn hat er vor allem mit seinen Snapchat-Aktionen für Aufsehen gesorgt. Er hat sich auf einer Flugzeugtoilette eingesperrt und mitgefilmt, er hatte bei Partys mit leichtbekleideten Damen das Handy im Einsatz, hat auch beim Schluck aus einer Tequila-Flasche draufgehalten, hat tiefe Einblicke gegeben (Stichwort „Karotte in der Hose„) oder hat sich während des Fahrens auf einem Motorrad gefilmt (und wäre dafür fast von den neuseeländischen Behörden belangt worden). Den Vogel schoss er allerdings mit einer Aktion bei der Pressekonferenz in Japan ab. Der Brite stand unter Druck, er war beim Rennen zuvor in Malaysia mit Motorschaden auf der Strecke liegen geblieben und war bereits 23 Punkte hinter WM-Konkurrent Rosberg.

In Japan musste er also sein Tief überwinden. Er wich Fragen der Weltpresse am Donnerstag in der FIA-Konferenz aus und spielte stattdessen mit seinem Smartphone. Er war live auf Snapchat und schoss Fotos mit Tier-Filtern. Auch seine Kollegen blieben davon nicht verschont. Schon zuvor filmte er bei Pressekonferenzen, doch diese Aktion beschwor eine kleine diplomatische Krise herauf.

Medienvertreter fühlten sich veräppelt und nicht ernst genommen von dem dreifachen Weltmeister. Der Kommentar „this shit is killing me“ trug nicht gerade zur Beruhigung der Lage bei. Hamilton wurde sogar auf seine Spielerei angesprochen, er entgegnete schmallippig: „Ich mache nur ein paar Snaps von uns Piloten, das ist ziemlich lustig.“ Nachsatz: „Hey Mann, wir machen das hier schon sehr, sehr lange und immer ist es das Gleiche. Wir sollten uns mal neue Dinge einfallen lassen“, kritisiert er das Format der Pressekonferenz.

Die britische Presse entgegnete dem Desinteresse des Sportlers mit Häme und Spott. Es sei respektlos, wie sich der Mercedes-Pilot verhalten habe. Das ließ der 31-Jährige nicht auf sich sitzen. Er fühlte sich respektlos von der britischen Presse behandelt, daher erklärte er am Samstag, dass er nicht gewillt sei, Fragen zu beantworten. Seine Fragerunde wurde daraufhin abgesagt.

Später versuchte Hamilton die Situation zu entschärfen. Mit seinem Kommentar („this shit is killing me“) habe er die Tier-Filter auf Snapchat gemeint, und nicht – wie von den Medien angenommen – die Pressekonferenz. Es sei doch nur Spaß gewesen, so der Vizeweltmeister. All das wäre übrigens nicht passiert, hätte sich Hamilton an die Anweisung seines Teams und der FOM (Formula One Management) gehalten. Mercedes und Ecclestone haben den exzentrischen Briten bereits zu Saisonbeginn dazu angehalten, keine Snaps mehr am Rennwochenende zu posten. Er widersetzte sich dieser Aufforderung jedoch. „Die Fans sollten wissen, was in meinem Leben passiert. Ich würde liebend gerne das Handy nehmen und alles filmen“, so seine Begründung.

Seit dem kleinen Skandal in Suzuka gibt es keine öffentlichen Videos von Hamilton auf Snapchat mehr. Er habe damit aufgehört und würde seine Snaps nun nur noch mit seinen Freunden teilen. Doch nicht nur auf Snapchat hat Hamilton in diesem Jahr für Aufsehen gesorgt, auch auf Twitter war der Brite aktiv. Und hätte vielleicht einmal mehr überlegen sollen, bevor er diesen Tweet gepostet hat:

Dabei ging es um den kurzzeitigen Protest von Mercedes aufgrund der (aus Sicht der Silberpfeile) aggressiven Fahrweise von Max Verstappen in Japan. Hamilton wollte den Red-Bull-Piloten gegen Ende des Rennens angreifen und sich so den zweiten Platz holen, doch Verstappen spielte nicht mit und Hamilton musste in den Notausgang. Der Protest wurde kurze Zeit später zurückgezogen, doch Hamilton war da schon mit Niki Lauda und Toto Wolff im Flieger Richtung Europa. Er wusste anscheinend nicht, dass sein eigenes Team Protest eingelegt hatte – den Tweet löschte er wenige Minuten später wieder.

Hamilton war in dieser Saison nicht der einzige Pilot, der einen Beitrag auf einer sozialen Plattform wenig später wieder löschte. Kevin Magnussen, Ex-Renault- und Ex-McLaren-Pilot, erlaubte sich im April einen Scherz auf Instagram und teilte ein Meme. Darauf zu sehen ein Formel-1-Wagen mit nur drei Rädern und der Text: „Trotzdem schneller als ein McLaren“. Böse, Kevin! Die Fans fanden den Joke über Magnussens ehemaligen Arbeitgeber weniger lustig, daher verschwand der auch gleich wieder vom Profil des Dänen. Er entschuldigte sich auch bei den verärgerten Anhängern.

Romain Grosjean freute sich so sehr über die erste Ausfahrt mit seinem neuen Team und dem neuen Boliden, dass er ein Video davon auf Facebook teilte. Wenig später sollte er die Härte des Formel-1-Gesetzes zu spüren bekommen, denn der Franzose musste den Beitrag auf Anweisung des Formula One Management (FOM) wieder löschen. Videoaufnahmen bei offiziellen Terminen sind nur den Rechteinhabern gestattet, Grosjeans privates Video war wenig später wieder von Facebook verschwunden.

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