Maries Adventskalender | Tag 1

Den Anfang im diesjährigen Formel-1-Adventskalender macht #MadMax.

Der Hashtag bezieht sich natürlich auf Max Verstappen. War der Niederländer 2015 noch ein talentierter Rookie, entwickelte er sich in seiner zweiten Formel-1-Saison 2016 zum Überflieger. Zwar waren sich die Experten einig, dass der Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Jos Verstappen eine vielversprechende Zukunft vor sich liegen hat, doch konnte niemand ahnen, dass sein Stern bereits beim Grand Prix von Spanien aufgehen würde.

Verstappen wechselte mit Schützenhilfe von Red-Bull-Mentor Helmut Marko während der Saison von Toro Rosso zum Topteam Red Bull. Dort hat Daniil Kwjat enttäuscht – und wurde gegangen, nachdem er mit Sebastian Vettel bei seinem Heimrennen in Russland gleich zweimal kollidiert war. Der damals noch 18-jährige Verstappen soll von dieser strategischen Entscheidung ab dem ersten Wochenende profitieren. Bereits beim ersten Rennen mit seinem „neuen“ Team Red Bull siegte er spektakulär in Barcelona.

Von „Jahrhunderttalent“ war die Rede. Die Presse überschlug sich in Lobhudelei, Niki Lauda zog sein Käppchen und Mentor Marko war zu Tränen gerührt. Nach Vettel hatte er das zweite hauseigene Bullen-Toptalent auf das oberste Treppchen der Königsklasse gehievt. Verstappen gab sich eben nicht mit weniger als dem Sieg bei seinem ersten Formel-1-Podium zufrieden. Er stellte damit einen neuen Rekord als bisher jüngster Grand-Prix-Gewinner auf – im Alter von gerade einmal 18 Jahren und 228 Tagen. Insgesamt sieben Mal stand er 2016 auf dem Podium, die Weltmeisterschaft schloss er auf dem fünften Platz noch vor Kimi Räikkönen ab.

Die Saison 2016 wurde nicht nur von der Mercedes-Dominanz geprägt, es war auch Verstappen, der diesem Jahr besondere Würze verlieh. Er zeigte den arrivierten Piloten mit riskanten Manövern, dass er keinerlei Respekt kennt. Weltmeisterfahrern wie Vettel, Räikkönen und auch Nico Rosberg gefiel die Brutalität und Kaltschnäuzigkeit des Holländers weniger – im Gegensatz zu den zahlreichen orangen Fanmassen, die der Red-Bull-Pilot in Belgien oder auch in Österreich an die Rennstrecken lockte.

Verstappen sorgte aber nicht nur mit Glanzleistungen wie in Spanien für Schlagzeilen. Immer mehr geriet er für sein aggressives Verhalten auf der Rennstrecke in die Kritik seiner Kollegen. Die essentiellsten Manöver und spannendsten Rennen aus Verstappens bisheriger Red-Bull-Zeit im Überblick:

Monaco (DNF – 0 Punkte)

Mit dem Sieg von Spanien im Rücken ging es für Verstappen selbstbewusst in seine Wahlheimat Monaco. Der prestigeträchtigste Grand Prix des Jahres sollte jedoch nicht zu seinen Gunsten ausfallen. Verstappen kam mit den speziellen Anforderungen der Strecke – und vor allem den nahen Leitplanken – nicht zurecht. Bereits 2015 verunfallte er im Fürstentum heftig, 2016 folgten Unfälle im Qualifying und im Rennen. Ein Wochenende zum Vergessen.

Montreal (P4 – 12 Punkte)

Nachdem Verstappen jeweils ein brillantes und ein katastrophales Rennen im Red Bull absolviert hatte, folgte in Montreal wieder eine tolle Leistung. Der Niederländer widersetzte sich zuerst einer Teamanweisung („Max, halte Dani nicht auf“), danach folgte in den Schlussrunden ein Kampf mit Nico Rosberg. Verstappen konnte sich nicht gegen die Mercedes-Power wehren, doch dem Deutschen unterlief ein Fehler beim Überholen.

Spielberg (P2 – 18 Punkte)

Nach einem Durchhänger und nur Platz zehn bei der Premiere in Baku konnte Verstappen beim Red-Bull-Heimrennen in Österreich wieder zuschlagen. Wie schon in Barcelona profitierte er von einer Mercedes-Kollision, und wieder wurde er von Kimi Räikkönen gejagt – obwohl er im ersten Training aufgrund eines Aufhängungsbruchs noch im Kiesbett landete. Am Ende reichte es für den zweiten Platz und sein zweites Podium. Sein Trumpf: das Reifenmanagement. Verstappen fuhr mit einer Einstoppstrategie ins Ziel. Und der sexy Red-Bull-Rennanzug in Lederhosen-Optik natürlich!

Silverstone (P2 – 18 Punkte)

Sein drittes Formel-1-Podium erkämpfte sich Max Verstappen in Silverstone. Nach dem Start hinter dem Safety-Car konnte sich der Red-Bull-Pilot erneut ein spannendes Duell mit Nico Rosberg liefern. Bei nasser Fahrbahn zeigte der Überflieger sein wahres Talent und überholte den Silberpfeil am Ausgang von Maggots außen. Zwar wurde er im Endeffekt von Rosberg wieder überholt, er profitierte allerdings von einer Zeitstrafe für den Mercedes-Piloten (unerlaubter Funkspruch).

Budapest (P5 – 10 Punkte)

In Ungarn ereignete sich die erste Begegnung mit Kimi Räikkönen auf der Strecke. Verstappen sorgte jedoch schon davor mit seinem Funkspruch („Ich fahre wie eine Oma!“) für Unterhaltung. Durch eine ungeschickte Strategie konnte er mit der Spitzengruppe nicht mithalten, gegen Ende des Rennens musste er sich rundenlang gegen den Ferrari-Star verteidigen. Der wurde daraufhin wütend am Funk, als er sich seinen Frontflügel bei einer leichten Berührung kaputt gefahren hatte.

Hockenheim (P3 – 15 Punkte)

Beim Grand Prix in Deutschland holte sich Max Verstappen erneut einen Podestplatz, seinen vierten insgesamt. Wieder war der 19-Jährige in eine umstrittene Szene verwickelt. Wieder hieß sein Gegner Nico Rosberg. Der Deutsche fiel durch einen verkorksten Start bei seinem Heimrennen hinter Verstappen zurück, nach dem zweiten Boxenstopp konnte er auf den Holländer aufholen. In der Haarnadel setzte er ein aggressives Manöver und drängte Verstappen etwas nach außen. Dafür wurde er mit einer 5-Sekunden-Zeitstrafe belegt.

Spa-Francorchamps (P11 – 0 Punkte)

War das Rennen in Ungarn ein erster Vorgeschmack, so sollte in Belgien die Hauptspeise folgen. Zumindest für Ferrari, denn die beiden Roten gingen mit Verstappen auf Tuchfühlung. Und das bereits in der ersten Kurve nach dem Start. Räikkönen kam sehr gut weg, Verstappen quetschte sich auf der Innenseite hinein und Vettel wollte außen vorbei. Merke: Zu dritt in eine Kurve fahren ist nicht sehr clever! Später im Rennen kamen sich Lieblingsgegner Räikkönen und Verstappen auf der Kemmel-Geraden erneut sehr nahe, was zu viel Kritik am Youngster führte.

Sepang  (P2 – 18 Punkte)

Nach eher durchschnittlichen Rennen in Italien (P7) und Singapur (P6 inklusive brisantem Kampf gegen Daniil Kwjat) erfolgte in Malaysia die nächste Sternstunde des Max Verstappen. Begonnen hat das Rennen jedoch wieder mit einem Startcrash, in den der Red-Bull-Pilot verwickelt war. Er wurde von Vettel und Rosberg in die Mangel genommen. Sein Kommentar dazu: „Seb ist verrückt. Er ist wie ein Idiot in Rosberg gecrasht!“ Danach sollte sich jedoch alles zum Guten wenden. Nach dem Motorschaden von Lewis Hamilton duellierte er sich mit Daniel Ricciardo um den Sieg. Am Ende komplettierte er den ersten Red-Bull-Doppelsieg seit Brasilien 2013.

Suzuka (P2 – 18 Punkte)

Gegen Ende der Saison drehte Verstappen noch einmal den Turbo auf. In Japan profitierte er von einem grottenschlechten Start von Lewis Hamilton, der in diesem Rennen zu seinem Gegner werden sollte. Der Niederländer hat sich über das gesamte Rennen auf dem zweiten Platz hinter Rosberg halten können, bis Hamilton gegen Rennende die Attacke wagte – und infolgedessen in den Notausgang musste. Verstappen lässt sich eben nicht so einfach überholen. Er verteidigte den zweiten Platz, ein kurzfristig eingelegter Protest von Mercedes gegen das Fahrverhalten des Niederländers ist später wieder zurückgezogen worden.

Austin (DNF – 0 Punkte)

Dass Max Verstappen eben doch noch nicht der perfekte Rennfahrer ist, das hat der Niederländer in Texas bewiesen. Nachdem er wieder beherzte Manöver gezeigt hat („Ich bin nicht hier, um Vierter zu werden!“), kam er in Runde 26 plötzlich an die Box – doch die Mechaniker waren nicht bereit. Verstappen hatte sich geirrt und meldete den Stopp erst wenige Sekunden vor der Boxeneinfahrt an. Das Resultat: 9,2 Sekunden Standzeit. Später musste er das Rennen aufgrund eines Getriebeproblems frühzeitig aufgeben.

Mexiko (P4 – 12 Punkte)

Das Rennen in Mexiko strotzte nur so vor Kontroversen. Und natürlich war Max Verstappen wieder mittendrin. Der Red-Bull-Rookie, dem zu Ehren in Austin eine eigene Regel („Lex Verstappen“*) eingeführt wurde, geriet bereits kurz nach dem Start in Kurve 2 mit Rosberg aneinander. Der Deutsche wurde dabei leicht rausgedrückt, er konnte sich aber behaupten. Gegen Rennende ist Verstappen seinem Lieblingsgegner Rosberg, der auf dem zweiten Platz lag, noch einmal gefährlich nahe gekommen. Er konnte das Tempo jedoch nicht mitgehen und musste sich stattdessen gegen den von hinten heranbrausenden Vettel wehren. Dabei verließ er die Strecke – gab die Position jedoch nicht zurück. Das Resultat: 5-Sekunden-Strafe, er durfte dadurch nicht mit aufs Podium. Durch die nachträgliche Strafe für Vettel wurde er immerhin noch Vierter.

*Lex Verstappen: „Jede Richtungsänderung beim Bremsen, die dazu führt, dass ein anderer Fahrer ausweichen muss, wird als unnormal und dementsprechend potenziell gefährlich für andere Fahrer angesehen. Jedes entsprechende Manöver wird an die Rennkommissare gemeldet.“

Interlagos (P3 – 15 Punkte)

War Verstappen in Mexiko noch das Hassobjekt von Sebastian Vettel und den Ferrari-Fans, so fuhr er sich in Brasilien zurück in die Herzen aller Formel-1-Nostalgiker. Denn seine beherzte Fahrt im Regen von Sao Paulo erinnerte viele an die Rennlegende Ayrton Senna. Verstappen nahm all seinen Mut zusammen und konnte eine Rennlinie fahren, die sich sonst kein anderer Pilot auf dem Autodromo Jose Carlos Pace traute. Belohnt wurde der polarisierende Pilot mit Lobhudelei und einem starken dritten Platz, sein letztes Podium 2016, in dem dreistündigen Chaosrennen voller Unfälle – dabei hätte es auch ihn fast erwischt. Für sein Überholmanöver gegen Nico Rosberg in Kurve 3 wurde er von der FIA sogar für den „Action of The Year„-Award, den er schon in den vergangenen beiden Jahren gewinnen konnte, nominiert.

Abu Dhabi (P4 – 12 Punkte)

Auch im letzten Saisonrennen zeigte Verstappen seine Klasse. Er drehte sich nach Kurve 1 durch eine Berührung mit Nico Hülkenberg einmal um die eigene Achse und musste so eine unfreiwillige Aufholjagd starten. Er kämpfte sich durch eine clevere Einstoppstrategie bis auf den zwischenzeitlich dritten Platz nach vorne. Dabei sorgte er für eine WM-entscheidende Situation, als ihn Rosberg mit einem starken Manöver überholte. Gegen Ende hin bauten seine Reifen zusehends ab, er musste sich noch Vettel geschlagen geben, durfte sich aber über weitere zwölf Punkte freuen.

Saison 2016: WM-Rang 5 (204 Punkte)

Max Verstappen kann auf eine sehr ereignisreiche, kontroverse aber auch sehr vielversprechende zweite Formel-1-Saison zurückblicken. Er ließ keinen Formel-1-Fan kalt, sorgte neben dem WM-Duell für ordentlich Action auf der Rennstrecke und lockte die arrivierten Piloten aus der Reserve. Ob er für einen nun ein Wunderkind und Jahrhunderttalent oder ein frecher Rotzbengel und gefährlicher Rowdy ist, das muss jeder für sich entscheiden. Jedenfalls ist eines gewiss: 2017 wird dank Max Verstappen nicht minder aufregend!

5 Gedanken zu “Maries Adventskalender | Tag 1

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