Österreich-Grand-Prix 2016: Vorfreude auf das Heimspiel

Seit drei Jahren freue ich mich jede Saison auf das letzte Juni- beziehungsweise das erste Juli-Wochenende. Seit drei Jahren steht jedes Mal in dicken Lettern „Österreich-Grand-Prix“ in meinem Kalender. Auch an diesem Wochenende trifft man mich mit Sicherheit wieder in meiner Heimat an. Es geht wieder nach Spielberg.

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Was darf man sich 2016 erwarten?

Ich fahre mit gemischten Gefühlen von Wien nach Hause. Nach einem fulminanten Comeback 2014, bei dem 95.000 Zuschauer ein Motorsport-Festival gefeiert haben, war es schon im Vorjahr nicht mehr so voll.

Marie beim Österreich-Grand-Prix 2015

Die Euphorie hielt nur ein Jahr an, 2015 waren einige Plätze frei und viele Fans meinten, heuer nicht noch einmal in die Steiermark reisen zu wollen. Die Kosten zu hoch, das Gebotene zu unspektakulär. Obwohl, Kimi Räikkönen und Fernando Alonso sorgten 2015 wenigstens in der ersten Runde für etwas Aufregung…

Ansonsten war an beiden Rennwochenende der Red-Bull-Ring-Ära Nico Rosberg mit Mercedes erfolgreich. Obwohl 2014 die Williams-Piloten im Qualifying aufzeigen konnten – Felipe Massa sicherte sich die Pole – und sich sowohl Lewis Hamilton als auch Nico Rosberg im Q3 2015 Ausritte leisteten, konnte die Mercedes-Power im Rennen nicht bezwungen werden.

Mit nur neun Kurven (zwei links, sieben rechts), die wenigsten aller gefahrenen Formel-1-Strecken, und langen Geraden auf dem 4,3 Kilometer langen Kurs (viertkürzester im F1-Kalender) ist der Red-Bull-Ring eine Motor-Strecke, Niki Lauda und Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff werden sich freuen. Klarer Favorit auch 2016: Mercedes.

Umbauarbeiten auf dem Red-Bull-Ring: Bilder ansehen!

Durch die Neuasphaltierung der Strecke und den Einsatz des Ultrasoft-Reifen von Pirelli (weichste Mischung) wird spekuliert, ob mit den modifizierten 1,6 Liter V6-Turbos in diesem Jahr ein neuer Streckenrekord (schnellste Quali-Runde) aufgestellt werden könnte. Bereits in Russland und Bahrain gelang dies Rosberg. Auf dem Red-Bull-Ring hält Michael Schumacher mit einer Rundenzeit von 1:08.337 Minuten den Rundenrekord (schnellste Rennrunde).

Im Training zum Qualifying fuhr der deutsche Rekordweltmeister 2003 sogar eine 1:07.908, Rubens Barrichello schaffte 2002 eine Pole-Position mit 1:08.082. Die Pole aus dem Vorjahr gelang Lewis Hamilton mit einer 1:08.455 Minuten. Einzig das Wetter könnte der Zeitenjagd einen Strich durch die Rechnung machen. Für das gesamte Wochenende sind Regenschauer prognostiziert.

Bereits am Donnerstag könnte das Schauer- und Gewitterrisiko rasch ansteigen, wie ‚Ubimet‘ vorhersieht. Kräftige Güsse und Nordwestwind können dabei sein, maximal 26 Grad. Am Freitag setzt sich zeitweise sonniges Wetter durch, am Nachmittag gibt es allerdings erneut Regenschauer- und Gewittergefahr, maximal 25 Grad. Der Qualifying-Tag wird am unbeständigsten. Teils kräftige Schauer und Gewitter können über dem Aichfeld niedergehen, der Regen kühlt zudem die Temperaturen ab – maximal 24 bis 25 Grad. Am Rennsonntag soll es dann wieder freundlicher werden, allerdings kann leichter Regen nicht ausgeschlossen werden. Ab Mittag gibt es dann sonnige Phasen, während des Rennens soll es trocken bleiben – maximal 20 bis 22 Grad.

Zeitplan des Grand-Prix-Wochenendes im Aichfeld

Zeitplan des Grand-Prix-Wochenendes im Aichfeld

Maries Tipps: Dort musst du hin!

Verbringt man 18 Jahre seines Lebens im steirischen Murtal, dann gibt es ein paar Plätze, die man besonders schätzen lernt. Nicht nur die frische Luft (rund 700 Meter Seehöhe), die grünen Wiesen und die Berge nimmt man dann gar nicht mehr so bewusst wahr, auch der Lärm der Eurofighter vom Militärflughafen Zeltweg-Hinterstoisser gehört mit der Zeit zur Geräuschkulisse. Ist man an nur einem Wochenende im Aichfeld unterwegs, dann empfiehlt es sich, gutes Schuhwerk und sicherheitshalber einen Regenschirm einzupacken.

Beherrscht man auch noch die Grußformen „Servas“ oder „Griaß di“, ist man bei den Einheimischen herzlich willkommen. Will man einen besonders guten Ausblick über die Region genießen, dann ist ein Fußmarsch auf den Tremmelberg ein Muss. Zweieinhalb bis drei Stunden Gehzeit werden mit einer wunderbaren Aussicht belohnt.

Wer es gemütlicher angeht, also auf die österreichische Art, der ist bei einem kühlen Bier oder einem „G’spritzen“ (Weißwein mit Soda) genau richtig. Am Rennwochenende ist bereits rund um den Kurs auf dem Campinggelände viel los, einige Bars schließen dort nicht vor Sonnenaufgang. Wer es etwas weniger wild mag, dem empfehle ich, die Knittelfelder Innenstadt zu inspizieren. Zwar gibt es dort überschaubar viele Bars, im London Inn zum Beispiel gibt es aber immer ein gezapftes Guinness oder ein einheimisches Gösser oder Puntigamer. Wer zu späterer Stunde noch Lust auf Disco hat, der kann einen Abstecher in die Burg wagen. Die Bauerndisco ist aber möglicherweise nicht jedermanns Sache…

Wer sich die steirische Küche zu Gemüte führen möchte – sehr zu empfehlen sind vor allem ein klassisches Schnitzel, der Kaiserschmarren oder auch Vanilleeis mit Kernöl -, der ist beim Bachwirt in Knittelfeld umgeben von nostalgischen Formel-1-Impressionen an den Wänden oder auch bei uriger Atmosphäre beim Rassnitzwirt in Kobenz genau richtig.

Dietrich Mateschitz hat sich in der Region nicht nur die Rennstrecke gesichert, auch er ist in die Gastronomie eingestiegen. Einen tollen Ausblick hat man im Cafe Wasserturm in Zeltweg, das direkt an das Steirerschlössl angrenzt – ein Nobelhotel und -restaurant, wo auch so manch ein Formel-1-Pilot oder VIP-Gast nächtigen könnte. Auch das G’Schlössl in Großlobming ist ein heißer Tipp, wenn man gut speisen möchte. Dort ist mir im Vorjahr übrigens Daniel Ricciardo über den Weg gelaufen…

Das Wochenendprogramm ist nicht nur von Motorsport und Fußball dominiert (Public Viewing am Konzertgelände), auch auf der Konzertbühne gegenüber der Rennstrecke gibt es ein tolles Programm. Für deutschsprachige Musikfreunde besonders toll: Nena und Wanda werden am Freitag spielen. Für alle Musikfreaks, die Wanda noch nie gehört haben: Eine Wiener Band, die sich mit dem Lied „Bologna“ nicht nur in österreichische Herzen gesungen hat. Am Samstag werden außerdem Rea Garvey und Amy McDonald auftreten. Aber nicht vergessen: Das ist die inoffizielle Nationalhymne Österreichs…

 

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