Frühlings-Erwachen in Spielberg: Umbauarbeiten auf dem Red-Bull-Ring

Was ist auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg los? Seit Tagen geistert ein Bild im Netz herum. Darauf zu sehen: Bauarbeiten im Bereich der alten Westschleife. Doch was geht da vor sich?

In der Vorwoche durchkreuzt ein Facebook-Chat meine Gedanken. Ein Freund schickt mir ein Bild von Umbauarbeiten auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg. Es stammt von der Facebook-Seite „Motorsport Spielberg„. Zu diesem Zeitpunkt wusste auch ich nicht, was da vor sich geht. Zuerst kam mir der Gedanke, es sei ein verspäteter Aprilscherz – gepostet am 2. April. Ist es aber keiner, wie sich nach ein paar wenigen Tagen Recherche herausstellt.

Doch was passiert da nun auf dem Red-Bull-Ring? Fakt ist, dass der komplette Kurs für das Comeback der MotoGP am 14. August neu asphaltiert wurde. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch nach der ersten Kurve, nun genannt „Castrol Edge“, und bei der zweiten Kurve, genannt „Remus“, gebaut. Genau dort also, wo die alte Westschleife an das aktuelle Layout anschließt. Diese könnte ab 2017 wieder integriert werden.

Die alte Variante (hier grau eingefärbt) wurde von 1970 bis 1987 gefahren. Nachdem die Steiermark danach zehn Jahre lang vom Formel-1-Tross gemieden wurde, kam man nach dem Umbau auf die verkürzte Strecke (schwarze Variante) zurück. Statt 5,9 Kilometer wurden von 1997 bis 2003 auf dem damaligen A1-Ring nur noch 4,3 Kilometer abgespult. Auch heute noch fährt die Königsklasse beim Grand Prix von Österreich diese kurze Strecke, die viertkürzeste nach Monaco (3,337 km), Mexiko (4,304 km) und Brasilien (4,309 km).

Quelle: Von Arz - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4168043

Quelle: Von Arz – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4168043

Medial wurden die Umbauten zuerst von der Kleinen Zeitung – Murtal aufgegriffen. Die Regionalausgabe hat berichtet, dass es „hinter den Kulissen gewaltig brodelt“. In dem Artikel wurde ebenfalls von Umbauarbeiten berichtet, die dazu ausgelegt sind, sich für weitere Rennserien zu wappnen. Darin heißt es weiter: „Angeblich geht es um eine Streckenverlängerung, um künftig Langstreckenrennen veranstalten zu können.“

Hört man sich im Umfeld des Red-Bull-Rings um, so wird einem dies von mehreren Seiten bestätigt. Zwar ist noch unklar, ob bereits konkrete Pläne vorliegen, doch ohne Hintergedanken wird man die Bauarbeiten kaum in Gang gesetzt haben. Dabei fraglich ist allerdings die Situation der Umweltauflagen. Wegen eines negativen Umweltbescheids musste bereits 2005 das Großprojekt Motorsport- und Flugakademie um geplante 750 Millionen Euro wieder auf Eis gelegt werden.

Denkt man die Idee von einem Langstreckenrennen weiter, kann dies nur zwei Dinge bedeuten: Entweder man veranstaltet ein eigenes Rennen und nimmt sich die 24 Stunden vom Nürburgring und Le Mans zum Vorbild. Die andere Option wäre die WEC. Die Langstrecken-WM, in der bis zur Saison 2015 noch Alexander Wurz aktiv war, ist die einzige Premium-Rennserie, die Dietrich Mateschitz in seinem Portfolio neben Formel 1, MotoGP und DTM noch fehlt.

Auf offizielle Anfrage heißt es vom Projekt Spielberg gegenüber Maries kleine Welt: „Gegenwärtig finden verschiedenste Instandhaltungsarbeiten für die in kürze startende Motorsportsaison 2016 statt. Inhalt dieser Arbeiten sind im Wesentlichen zeitgemäß erforderliche sicherheitstechnische Anpassungen für die anstehenden Veranstaltungen sowie Vorleistungen für spätere, in der aktuellen Genehmigung beinhaltete, Ausbaustufen des Gesamtprojektes.“

Eine Erweiterung der Rennstrecke für den motorsportlichen Einsatz sei nicht geplant: „Die genehmigte Rennstrecke des Red Bull Ring wird dadurch nicht verändert.“ Welche genehmigten Ausbaustufen des Gesamtprojekts damit konkret gemeint sind, ist nicht bekannt.

Fakt ist auch, dass während der Großveranstaltungen im Bereich der Castrol-Edge-Erweiterung die Fanzonen eingerichtet sind, bei der Formel 1 etwa das Formel-1-Village. Außerdem wird die alte Schleife auch als Parkplatz genutzt. Welche Auswirkungen die Umbauten auf diese Bereiche haben, ist ebenfalls unklar. Wirklich klar ist nur, dass auf dem Red-Bull-Ring nach den Umbauten vor der Wiedereröffnung 2011 wieder gebaut wird. Was daraus entstehen soll, dass weiß zum jetzigen Zeitpunkt wohl nur Dietrich Mateschitz selbst.

8 Gedanken zu “Frühlings-Erwachen in Spielberg: Umbauarbeiten auf dem Red-Bull-Ring

  1. Michael Keilig schreibt:

    Hallo

    Erstmal Vielen Dank für den Artikel.
    Der Klärt für mich schon einige Fragen auf.
    Ich hätte allerdings noch ein Bitte.
    Könntest du noch ein, zwei Fotos von der Remuskurve in richtung Westschleife machen und Posten?
    Damit man besser sehen kann wie da die Anbindung aussehen soll.

    Viele Grüße aus Kärnten

    Michael Keilig

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  2. Turbo_Alex schreibt:

    Endlich habe ich eine gute Recherche gefunden!! und mit vielen Fotos!!
    Konnte meinen Augen nicht Trauen wie ich bei Google mal Red Bull Ring eingab.
    Also wenn Didi dem Ring die Westschleife verpasst geht für mich ein Traum in Erfüllung!!! 😀
    Für mich war der Ring bis jetzt etwas zu kurz aber durch diese Umbauten würde er um 1 Kilometer länger werden vielleicht sogar mehr und die Schikanen nach der Castrol ein Traum!
    Bin mal gespannt wie sich das weiterentwickelt :D.

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