Formel 1 2016: Maries Zahlenspiel zum Saisonauftakt in Australien

Am Sonntag wird mit dem Start des Grand Prix von Australien die neue Formel-1-Saison eingeleitet werden. Neues Qualifying-Format, neue Fahrer, neue Teams, neue Strecken – Auf was wir uns in diesem Jahr freuen dürfen, wer neu zum Zirkus hinzustößt und wen wir schmerzlich vermissen werden, das gibt’s alles im Formel-1-Guide zur Saison 2016.

21

…Rennen werden in der Saison 2016 gefahren werden. Der längste Kalender aller Zeiten. Den Auftakt macht traditionell Melbourne, danach folgt das Nachtrennen in Bahrain und China. Russland wurde nach vorne verschoben, mit Spanien im Mai werden die Europa-Rennen eingeläutet. Nach dem Klassiker von Monaco geht es aber noch kurz nach Kanada. Nur ein Wochenende nach dem Gastspiel auf der Ile Notre-Dame gibt der Europa-Grand-Prix sein Comeback und Baku feiert die Premiere. Im Juli finden wie auch im Oktober je vier Rennen statt. Die Sommerpause wird zwischen dem Deutschland-Rennen, das nach der Pause im Vorjahr nun wieder auf dem Hockenheimring ausgetragen wird, und dem Spektakel in den belgischen Ardennen eingeschoben.

Hier zum ausführlichen Interview mit ORF-Kommentator Ernst Hausleitner vor der Formel-1-Saison 2016: Teil I & Teil II!

Danach folgt ein weiterer Klassiker in Monza und das Straßenrennen unter Flutlicht in Singapur. Malaysia hat sich vom Saisonbeginn in die Riege der Asien-Rennen gegen Ende der Saison nach hinten verschoben. Der Grand Prix der USA ist nach finanzieller Ungewissheit nun ebenfalls fixiert – auch dank Taylor Swift. Mexiko wird nach dem Debüt im Vorjahr wieder im Oktober ausgetragen, bevor man mit Brasilien – es gibt noch Fragezeichen über diesem Rennen – und Abu Dhabi die Saison beschließen wird. Bleibt der Kalender so bestehen, dann würde dies für die Teams einen zusätzlichen Antrieb freischalten. Werden in einer Saison nämlich mehr als 20 Rennen gefahren, dann müssen nicht maximal vier, sondern können fünf Antriebseinheiten auf die Saison verteilt verwendet werden.

1. Australien / Melbourne 20. März 2016 06:00 Uhr MEZ
2. Bahrain / Sachir 03. April 2016 17:00 Uhr MESZ
3. China / Schanghai 17. April 2016 08:00 Uhr MESZ
4. Russland / Sotschi 01. Mai 2016 14:00 Uhr MESZ
5. Spanien / Barcelona 15. Mai 2016 14:00 Uhr MESZ
6. Monaco / Monte Carlo 29. Mai 2016 14:00 Uhr MESZ
7. Kanada / Montreal 12. Juni 2016 20:00 Uhr MESZ
8. Europa / Baku 19. Juni 2016 15:00 Uhr MESZ
9. Österreich / Spielberg 03. Juli 2016 14:00 Uhr MESZ
10. Großbritannien / Silverstone 10. Juli 2016 14:00 Uhr MESZ
11. Ungarn / Budapest 24. Juli 2016 14:00 Uhr MESZ
12. Deutschland / Hockenheim 31. Juli 2016 14:00 Uhr MESZ
13. Belgien / Spa-Francorchamps 28. August 2016 14:00 Uhr MESZ
14. Italien / Monza 04. September 2016 14:00 Uhr MESZ
15. Singapur / Singapur 18. September 2016 14:00 Uhr MESZ
16. Malaysia / Sepang 02. Oktober 2016 09:00 Uhr MESZ
17. Japan / Suzuka 09. Oktober 2016 07:00 Uhr MESZ
18. USA / Austin 23. Oktober 2016 21:00 Uhr MESZ
19. Mexiko / Mexiko-Stadt 30. Oktober 2016 20:00 Uhr MEZ
20. Brasilien / Sao Paulo 13. November 2016 17:00 Uhr MEZ
21. VAE / Abu Dhabi 27. November 2016 14:00 Uhr MEZ

94

…hat Pascal Wehrlein als seine Startnummer gewählt. Der Deutsche mit Wurzeln in Mauritius ist einer von drei Rookies, die in Melbourne ihr Formel-1-Debüt geben werden. Wehrlein kommt als aktueller DTM-Champion mit Mercedes-Unterstützung in die Königsklasse. Er wird mit dem Manor MRT05 mit Mercedes-Antrieb im Heck in sein erstes Rennen gehen. Die Nummer 94 steht für sein Geburtsjahr. Wehrlein gilt in Mercedes-Kreisen als neuer Shootingstar, beim Mercedes-Kundenteam Manor wird er vorerst geparkt. Ziel wird in Zukunft das Werksteam sein.

Sein Teamkollege Rio Haryanto (#88) wird ebenfalls seine Formel-1-Karriere starten, als erster Indonesier überhaupt. Der 23-Jährige kommt mit finanzieller Unterstützung aus seiner Heimat – der Ölkonzern Pertamina und die Regierung sollen rund 13 Millionen Euro gezahlt haben – zu Manor. Er ist der unerfahrenste Pilot im Feld und gilt als Wackelkandidat. In seinen vier Jahren in der GP2-Serie holte er immerhin vier Siege (alle 2015) und beendete die Meisterschaft im Vorjahr auf dem vierten Rang.

Der dritte Neuling in der Saison 2016 heißt Jolyon Palmer (#30). Der Brite ist über den Winter vom Ersatzfahrer zum Stammpiloten bei Renault (ehemals Lotus) aufgestiegen und hat somit in seinem ersten Jahr den besten Boliden unter den drei Debütanten zur Verfügung. Er ist der Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Jonathan Palmer. Mit seinen elf Freitagseinsätzen im Vorjahr kann er bereits auf einiges an Erfahrung verweisen. In der Saisonvorbereitung lief es für den 25-Jährigen jedoch nicht nach Wunsch, aufgrund technischer Probleme an seinem Renault R.S.16 konnte er insgesamt nur 267 Runden/1.243 Kilometer absolvieren. Er selbst bezeichnete die Saisonvorbereitung als „Desaster„, trotzdem spulte er von den Debütanten noch immer die meisten Kilometer ab.

 6.024

…Kilometer hat das Weltmeisterteam Mercedes in den acht Testtagen in Barcelona insgesamt abgespult. Damit sind sie schon jetzt Zuverlässigkeits-Weltmeister und haben somit bereits knapp 20 Rennen durchlaufen. Rechnet man 21 Rennen mal 300 Kilometer (durchschnittliche Renndistanz) so kommt man auf einen Wert von 6.300 Kilometer. Viel hat den Silberpfeilen also nicht gefehlt. In den Zeitentabellen waren sie zwar nie ganz vorne zu finden, was aber eindeutig als Bluff zu verstehen ist, da man die weichsten Reifenmischungen nicht an den W07 Hybrid geschraubt hat. Toro Rosso, das in dieser Saison wieder auf Ferrari-Antriebseinheiten gewechselt ist (allerdings jene aus dem Vorjahr), war am zweitfleißigsten mit 4.883 Kilometer.

1. Mercedes 6.024
2. Toro Rosso 4.883
3. Williams 3.985
4. Ferrari 3.975
5. Sauber 3.901
6. Red Bull Racing 3.803
7. Force India 3.626
8. Renault 3.612
9. McLaren 3.305
10. Manor 2.253
11. Haas F1 2.206

 13

…diese Zahl werden wir in diesem Jahr vergeblich im Starterfeld suchen. Die (Unglücks-)Zahl zierte das Auto von Pastor Maldonado. Der Venezolaner wurde aufgrund finanzieller Probleme seines Sponsors PDVSA bei Renault vor die Türe gesetzt. Damit verabschiedet sich ein Publikumsliebling aus der Formel 1. Mit seinen teils unüberlegten Fahrmanövern hat es der „Crashtor“ zu zweifelhaftem Ruhm geschafft. Immerhin konnte der 31-Jährige in Spanien 2012 auch ein Rennen gewinnen.

Ebenfalls verabschieden mussten wir uns über den Winter von der einzigen weiblichen Hoffnung in der Männerdomäne. Susie Wolff hat endgültig den Sturzhelm an den Nagel gehängt und nun eine Kampagne für Frauen im Motorsport („Dare To Be Different„) gegründet. Die Schottin, die mit Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff verheiratet ist, war bei Williams als Entwicklungsfahrerin engagiert, durfte allerdings nur an vier Testtagen 2014 und 2015 im Rennwagen Platz nehmen. Ein Einsatz bei einem Rennen wurde ihr verwehrt. Auch Roberto Merhi, Alexander Rossi und Will Stevens (alle drei Fahrer fuhren abwechselnd für Manor-Marussia) werden 2016 nicht mehr in der Formel 1 antreten.

19.

…Juni – der Tag, an dem der erste Formel-1-Grand-Prix in Aserbaidschan stattfinden wird. In Baku laufen die Vorbereitungen auf dem Stadtkurs derzeit schon auf Hochtouren, Fernando Alonso hat die Location als Botschafter des Rennens vorige Woche bereits besichtigt. 51 Runden werden auf dem rund sechs Kilometer langen Kurs unter dem etwas ungewöhnlichen Titel „Grand Prix von Europa“ gefahren werden. Der bisher letzte Grand Prix von Europa, der 2012 im spanischen Valencia tatsächlich noch auf europäischem Boden stattgefunden hat, wurde übrigens von…ja, Fernando Alonso gewonnen. Insgesamt gab es bisher 22 Rennen unter dieser Bezeichnung, der erste wurde 1983 in Brands Hatch ausgetragen.

2

…Fahrer werden 2016 ihr Comeback geben. Mit Kevin Magnussen als Nachfolger von Maldonado bei Renault und Esteban Gutierrez bei Haas sind zwei Piloten bei den beiden „neuen“ Teams untergekommen, die eigentlich schon abgeschrieben waren. Magnussen gilt als großes Talent, konnte dies aber bei McLaren nicht zur Gänze zeigen. 2014 noch als Stammpilot engagiert – er holte bereits in seinem ersten Formel-1-Rennen in Australien 2014 mit dem zweiten Platz seine ersten Punkte und sein bisher bestes Ergebnis -, wurde er 2015 aufgrund der Verpflichtung von Fernando Alonso neben Jenson Button bei McLaren auf die Ersatzbank geschoben. Dort wartet aber schon das nächste Toptalent: Stoffel Vandoorne.

Der Däne sah selbst keine Zukunftschancen mehr beim britischen Traditionsteam, die Beziehung zerbrach ausgerechnet an dessen Geburtstag. Nach kurzfristigen Verhandlungen mit Renault konnte Magnussen sich dort den Platz von Maldonado schnappen, so kam er unverhofft zu seiner zweiten Chance in der Formel 1. Der  23-Jährige wird das neu aufgestellte Team als Leader neben Jolyon Palmer in die Saison führen.

Esteban Gutierrez konnte sich den zweiten Sitz neben Romain Grosjean beim neu gegründeten Haas-Team – 2016 der einzige Rennstall aus den USA – erhaschen. Der Mexikaner, der 2013 und 2014 bereits erste Formel-1-Erfahrung bei Sauber sammeln konnte, wird nun als Ferrari-Sprössling mit dem VF-16 mit Ferrari-Antrieb in sein Comeback starten. Der Mexikaner kann bisher einen siebten Platz als sein bestes Ergebnis verbuchen.

90

…Sekunden beträgt der Abstand, in dem jeweils der langsamste Fahrer im neuen Qualifying-Format ausscheiden wird. Das „Reise-nach-Jerusalem“-Prozedere wurde überraschend erst ein Monat vor dem Saisonstart zur Diskussion gebracht und am 4. März vom FIA-Weltrat abgesegnet. Mit dem Format – festgeschrieben in Artikel 33 des Sportlichen Reglements – wollen die Verantwortlichen mehr Spannung einerseits in das Zeittraining am Samstag und andererseits in das Renngeschehen am Sonntag bringen.

Die Grundstruktur mit drei Abschnitten bleibt bestehen, allerdings werden die Fahrer nach einer Einfahrphase weiter unter Druck gesetzt. Nach jeweils 90 Sekunden soll der langsamste Pilot ausscheiden. In das Q3 werden nur noch acht Piloten aufsteigen. Derjenige, der am Ende übrig bleibt, hat die Pole inne.

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Q1
– 16 Minuten
– langsamster Fahrer scheidet nach sieben Minuten aus
– danach bis zur Zielflagge alle 90 Sekunden der langsamste Fahrer weg
– sieben Fahrer scheiden aus, 15 kommen weiter

Q2
– 15 Minuten
– langsamster Fahrer scheidet nach sechs Minuten aus
– danach bis zur Zielflagge alle 90 Sekunden der langsamste Fahrer weg
– sieben Fahrer scheiden aus, acht kommen weiter

Q3
– 14 Minuten
– bis zur Zielflagge alle 90 Sekunden der langsamste Fahrer weg
– am Ende 90-sekündiges Pole-Position-Shootout mit zwei Fahrern

 36

…Jahre ist der älteste Pilot im Feld. Kimi Räikkönen wird mit Ferrari 2016 wohl seine Abschiedstournee bestreiten. Der Finne, der mit seinem Titel für die Scuderia 2007 noch immer der bis dato letzte Ferrari-Weltmeister ist, geht in diesem Jahr in seine bereits 14. Formel-1-Saison, in Melbourne 2001 feierte er seinen Einstand. Nachdem er in den vergangenen beiden Jahren jeweils seinem Teamkollegen (2014 Alonso, 2015 Vettel) klar unterlegen war, probiert es der „Iceman“ 2016 noch einmal gegen seinen Kumpel.

Und alt heißt noch lange nicht langsam: Bei den Testfahrten in Spanien Ende Februar/Anfang März konnte Räikkönen aufzeigen. Er sicherte sich die insgesamt schnellste Zeit der acht Tage (1.22.765 Minuten, auf Ultrasoft). Jedoch war Sebastian Vettel mit 1:22.852 Minuten auf Supersoft schon sehr knapp dran – und das, obwohl der Ultrasoft gegenüber dem Supersoft laut Reifenhersteller Pirelli rund 0,6 bis 0,7 Sekunden schneller sein sollte. Grundsätzlich lassen sich die Testergebnisse nur schwer interpretieren, da die Spritmengen und unterschiedlichen Programme der Teams nur schwer vergleichbar sind.

Trotzdem: Räikkönen hat aufgezeigt. Auch die Longrun-Performance von Ferrari sieht gut aus. Die Kollegen von ‚auto motor und sport‘ haben errechnet, dass der Finne auch bei den Rennsimulationen an der Spitze lag. Da Mercedes aber nicht mit voller Kraft gefahren ist, darf stark bezweifelt werden, dass der älteste Fahrer im Feld auch gleich den Auftakt in Melbourne gewinnen wird. Trotzdem ist Mercedes gewarnt, Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda hat erst kürzlich gegenüber der ‚Gazzetta dello Sport‘ gemeint: „Die Abstände haben sich geändert. Im vergangenen Jahr hatten wir eine halbe Sekunde Vorsprung auf Ferrari, diesmal wird Ferrari näher dran sein. Vielleicht reduziert sich unser Vorsprung auf zwei Zehntel, daher kann alles geschehen.“

Der jüngste Pilot ist mit 18 Jahren immer noch Max Verstappen. Der Niederländer geht mit einem starken Toro Rosso STR11 an der Seite von Carlos Sainz in seine zweiten Formel-1-Saison. Wenn das große Talent seine Resultate (beste Platzierung: Platz 4) aus der Debütsaison bestätigen kann, dann winkt womöglich schon bald ein Platz beim Schwesternteam Red Bull.

5

…Reifenmischungen (für trockene Bedingungen) wird Lieferant Pirelli in diesem Jahr zur Verfügung stellen: Hard (orange), Medium (weiß), Soft (gelb), Supersoft (rot) und Ultrasoft (lila). Die weichste Mischung (US) wird neu eingeführt und kommt erstmals beim Grand Prix von Monaco zum Einsatz. Doch nicht nur die fünfte Reifenmischung ist neu, auch die Reifenregeln haben sich insgesamt verändert.

13 Reifensätze werden pro Fahrer am Rennwochenende bereitgestellt. Drei dieser 13 Sätze werden von Pirelli vorgegeben, die zehn übrigen dürfen die Fahrer frei wählen. Von den drei vorgegeben Mischungen sind zwei für das Rennen vorgesehen, wovon der Fahrer einen verpflichtend im Rennen einsetzen muss. Der dritte Compound wird im dritten Qualifying-Abschnitt verwendet. Dieser Reifensatz besteht immer aus der weichsten am Wochenende zur Verfügung stehenden Mischung. Kommt der Fahrer nicht in das Q3 bleibt ihm dieser Reifen für das Rennen. Sechs Reifensätze müssen die Fahrer bis zum Qualifying am Samstag wieder an Pirelli zurückgeben.

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Für Australien wurden die drei Mischungen Medium, Soft und Supersoft von Pirelli ausgewählt. Ein Satz Supersoft wird für das Q3 verwendet werden. Für das Rennen sind jeweils ein Medium- und ein Soft-Reifensatz vorgeschrieben – die Fahrer müssen also mindestens eine dieser beiden Mischungen im Rennen fahren. Formel-1-Journalist Will Buxton hat in diesem Video versucht, die neuen – zugegeben etwas komplizierten – Reifenregeln anschaulich zu erklären…

11

…Weltmeistertitel fahren 2016 im Fahrerfeld mit. Diese elf Titel teilen sich auf nur fünf Piloten auf: Lewis Hamilton (3), Sebastian Vettel (4), Kimi Räikkönen (1), Fernando Alonso (2) und Jenson Button (1). Der Brite ist zugleich auch der am längsten dienendste Pilot unter den aktiven Fahrern – mit 284 Rennen. Gefolgt von Alonso mit 253 Rennteilnahmen und Räikkönen mit 231.

Grundsätzlich ist die alte Garde noch immer tonangebend, auch wenn das Durchschnittsalter der 22 Piloten bei 26,7 Jahren liegt. Immerhin sind vier der fünf Piloten bereits über 30. Nur der erfolgreichste aktive Pilot (Vettel, 28) hat noch zwei Jahre Zeit bis zur großen Party. Der Deutsche ist ebenfalls Mitglied im führenden Team des Nationscups: Deutschland stellt mit vier Piloten das größte Aufgebot, gefolgt von Großbritannien mit drei Fahrern. Brasilien, Finnland, Spanien und Mexiko schicken jeweils zwei Fahrer ins Rennen. Frankreich, Australien, Russland, Dänemark, Niederlande, Schweden und Indonesien jeweils einen Piloten.

Nicht nur das Alter der einzelnen Protagonisten ist interessant, auch die Dauer ihrer Verträge. Da kann man schnell erkennen, dass wir uns zumindest schon auf einen Abschied von Kimi Räikkönen und Jenson Button nach diesem Jahr einstellen können. Die Verträge der beiden Oldies laufen nämlich Ende 2016 aus. Doch nicht nur die beiden Routiniers müssen um ihr Cockpit zittern, insgesamt sind nur drei (!) Piloten für die Saison 2017 gesetzt: Hamilton bei Mercedes (Vertrag bis 2018), Vettel bei Ferrari (bis 2017) und Alonso bei McLaren (bis 2017).

Alle anderen Cockpits, insgesamt immerhin 18, werden in der kommenden Saison neu verhandelt werden – eine besonders verrückte „Silly Season“ steht also bevor. Vor allem spannend dürfte die Rangelei um das Cockpit von Nico Rosberg bei Mercedes werden, aber auch die Nachfolge von Räikkönen bei Ferrari muss erst geklärt werden. Und auch bei Williams und Red Bull stehen attraktive Arbeitsplätze zur Verfügung.

Maries WM-Favorit: Lewis Hamilton

Ganz einfach weil Mercedes immer noch einen – wenn auch geschmolzenen – Vorsprung gegenüber Ferrari hat. Die Scuderia hat im Winter anscheinend jedoch wieder ein paar Zehntel gefunden, was Sebastian Vettel in eine noch bessere Ausgangslage bringt. Der Deutsche könnte den Mercedes-Zweikampf in dieser Saison noch mehr stören als schon im Vorjahr. Für Nico Rosberg wäre das vielleicht eine Chance. Kann der Deutsche aber auch in dieser Saison nicht gegen Hamilton die Oberhand gewinnen, dann degradiert er sich damit endgültig selbst zum Nummer-2-Piloten bei Mercedes.

Für Kimi Räikkönen wünsche ich mir eine bessere Saison als die beiden vergangenen, vielleicht kann der „Iceman“ in seinem letzten Jahr noch einmal aufdrehen und sogar ein Rennen gewinnen. Hinter Mercedes und Ferrari reiht sich Williams ein. Das Team muss aber Ausschau nach hinten halten, da kommt Red Bull und auch Toro Rosso dahergerast. Vor allem das Junior-Team von Red Bull scheint sehr stark zu sein, vielleicht kann man mit dem Ferrari-Motor das Mutterteam ein wenig ärgern.

Das Mittelfeld gestaltet sich in dieser Saison besonders eng – was auch für das neue Quali-Format mehr Spannung bringen sollte. Da reiht sich auch Force India mit Mercedes-Antrieb und starker Leistung in den Tests zwischen Red Bull und Toro Rosso ein. Sauber und Renault sehe ich etwas dahinter. Bei den Schweizern gibt es wieder einmal finanzielle Grenzen, bei Renault hatte man über den Winter nur wenig Zeit das Auto von Mercedes- auf Renault-Antrieb umzubauen.

Ein Fragezeichen steht nach wie vor hinter McLaren. Die Briten haben in Sachen Zuverlässigkeit zwar zugelegt, konnten aber bei der Power insgesamt nicht viel dazugewinnen. Ein weiteres hartes Jahr für Jenson Button und Fernando Alonso – was für eine Weltmeister-Verschwendung – steht bevor. Das Haas-Team hat mit Hilfe von Ferrari ein solides Auto gebaut und ebenfalls Eindruck in Barcelona hinterlassen. Die US-Amerikaner sehe ich noch vor Manor, die aber mit Mercedes-Motor und Wehrlein in diesem Jahr auch weit besser aufgestellt sind.

Mercedes Lewis Hamilton #44 Nico Rosberg #6
Ferrari Sebastian Vettel #5 Kimi Räikkönen #7
Williams Felipe Massa #19 Valtteri Bottas #77
Red Bull Daniel Ricciardo #3 Daniil Kwjat #26
Force India Sergio Perez #11 Nico Hülkenberg #27
Renault Jolyon Palmer #30 Kevin Magnussen #20
Toro Rosso Max Verstappen #33 Carlos Sainz #55
Sauber Marcus Ericsson #9 Felipe Nasr #12
McLaren Fernando Alonso #14 Jenson Button #22
Manor Pascal Wehrlein #94 Rio Haryanto #88
Haas Romain Grosjean #8 Esteban Gutierrez #21

3 Gedanken zu “Formel 1 2016: Maries Zahlenspiel zum Saisonauftakt in Australien

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