Helmdesign: Warum eines genug ist

“The helmet has a special meaning for many drivers. How important is it to you?”
Kimi Räikkönen: “It protects my head.”

Heute hat der Weltautomobilverband FIA überraschend beschlossen, ein Verbot gegen die Veränderung des Helmdesigns während der laufenden Saison auszusprechen. Diese Regelung tritt ab sofort in Kraft – der Helm, der beim ersten Rennen am 15. März in Australien getragen wird, muss auch während der restlichen Rennen getragen werden. Keine Glitzersteinchen, keine Spezialhelme für Monaco, keine Legenden-Helme um Fahrer zu würdigen, keine Werbegags, keine Leuchtdioden für Nachtrennen.

Viele stehen der Entscheidung – betrachtet man die Gesamtsituation der Königsklasse eine eher weniger notwendige – skeptisch gegenüber. Sie sehen die Freiheit der Fahrer eingeschränkt. Viele meinten auch, dass die FIA doch andere Sorgen hätte, als sich über das Aussehen der Helme Gedanken zu machen. Auch GPDA-Vorsitzender Alexander Wurz war sehr aufgebracht über das Verbot.

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Was will man denn noch alles regulieren? Las man sich das Gezwitschere durch, dann fiel einem eine gewisse Ähnlichkeit mit der Kritik an der Europäischen Union auf. Für die Kleinigkeiten nimmt man sich Zeit, doch die großen Brocken packt man nicht an.

Ganz so sehe ich die Entwicklung allerdings nicht. Ja, die FIA hat viel größere Sorgen – unter anderem die Rettung der kleinen Formel-1-Teams, die Kostenobergrenze, die schiefe Machtverteilung zwischen einigen wenigen Personen im Fahrerlager, den Verlust von Fernsehzuschauern, den Rückgang der Ticketverkäufe an den Rennstrecken, bankrotte Streckenbetreiber…man könnte ewig weitermachen. Aber lässt man dieses Argument außen vor, weil es einem das Leben zu einfach macht und man damit immer die Oberhand in dieser Diskussion gewinnt, dann erkennt man durchaus auch Positives an der Regeleinführung.

Aus kommerzieller Sicht wird es nun noch einfacher, Fahrer zu vermarkten. Man hat schon im vergangenen Jahr mit der Einführung der fixen Startnummern einen Schritt in diese Richtung getan. Nun folgte der nächste. Zusammen mit einem immer gleichbleibenden Design und der Zahl können sich Fans die Fahrer einfacher einprägen. Es fällt den Zusehern vor Ort und vor den TV-Geräten leichter, ihren Lieblingsfahrer zu verfolgen und sie zu unterscheiden.

Sieht man den Helm des Fahrers oder seine Startnummer am Auto, dann denkt man sofort an den Namen des Piloten. In der Vergangenheit musste man den Weltmeisterschaftsendstand der vergangenen Saison für die Startnummer und die aufblühende Kreativität mancher Fahrer für das Helmdesign genau kennen, um sagen zu können, dass genau er es ist, der da in diesem Wagen sitzt – Schluss damit. Es wird dem ewigen Helm-wechsel-dich-Spielchen ein Ende bereitet. Nur Sebastian Vettel dürfte dieses Verbot womöglich weniger schmecken.

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So gesehen hat dies auch einen positiven Effekt. Auch wenn man in die Nostalgie-Kiste greift, bemerkt man schnell, dass die Piloten in der Vergangenheit mit ein und demselben Design gefahren sind – ihre gesamte Karriere hindurch. Ob es Graham Hill, James Hunt oder Ayrton Senna waren – alle haben ein unverkennbares Helmdesign getragen. An ihre Helme wurde durch Hommagen auch in der modernen Formel 1 gedacht: Damon Hill fuhr ebenfalls mit einem schwarzen Helm und weißen Streifen, Kimi Räikkönen fuhr in Monaco zweimal mit der James-Hunt-Aufschrift auf dem Kopf, und Lewis Hamilton trug zu Beginn seiner Karriere ebenfalls einen gelben Helm als Erinnerung an sein großes Vorbild.

Wer weiß, vielleicht werden sich die Formel-1-Fahrer der Gegenwart mehr Mühe mit ihren diesjährigen Designs geben, die dann in Zukunft vom Nachwuchs stolz getragen werden. Und außerdem geht es zuallererst um die Sicherheit. Der Helm dient nämlich einzig und alleine dem Schutz des Kopfes.

 

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2 Gedanken zu “Helmdesign: Warum eines genug ist

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