Retrospektive: Das war 2014 | Teil 3

Hier kommt der dritte und letzte Teil des Saisonrückblicks (hier zu Teil 1 & Teil 2) mit drei weiteren Formel-1-Journalisten. Ernst Hausleitner vom ORF, Luis Fernando Ramos, brasilianischer Formel-1-Insider, und Christian Nimmervoll, Chefredakteur bei Motorsport-Total.com und Formel1.de, haben ihre Gedanken zur abgelaufenen Saison niedergeschrieben.

Was hat dich in der Saison 2014 besonders begeistert?

Ernst Hausleitner: „Die Art und Weise, wie Nico Rosberg in Abu Dhabi mit der vermutlich größten Enttäuschung in seiner bisherigen Karriere umgegangen ist. Dass er entgegen den Anweisungen seiner Ingenieure den defekten Boliden nicht abgestellt hat, sondern am Funk gemeint hat: ‚Ich möchte zu Ende fahren‘ und in aussichtsloser Position mit dem angeschlagenen Mercedes bis ins Ziel gefahren ist. Das zeugt von viel Ehrgefühl und ganz großer menschlicher Klasse. Sofort nach dem Aussteigen aus dem Auto den sicher nicht einfachen Weg zum siegreichen Rivalen zu gehen, um zu gratulieren, hat diesen Eindruck noch untermauert. Ich habe später zu ihm gesagt: ‚Du hast heute die WM verloren, aber du hast dich der ganzen Welt als großer Sportler und Menschen präsentiert‘.“

Luis Fernando Ramos: „Daniel Ricciardo und Valtteri Bottas – zwei Namen, die eine vielversprechende und erfolgreiche Zukunft vor sich haben.“

Christian Nimmervoll: „Das Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Auch wenn von vielen die Saison aufgrund der Mercedes-Dominanz als langweilig empfunden wurde, bin ich mir sicher, dass dieses Duell mit einigen Jahren geschichtlich betrachtet als episch bewertet wird. Ähnlich wie Senna vs. Prost 1988: Damals haben das auch viele als langweilig empfunden, im Nachhinein schwärmen alle von der guten alten Zeit.“

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Welchen Moment wirst du so schnell nicht vergessen?

Ernst Hausleitner: „Großer Preis von Japan, Runde 42. Die bisher schlimmsten Momente in meiner Zeit als Sportreporter. Ein unglaublicher Schock für alle, die sich der Formel 1 nahe fühlen. Ein Schicksalsschlag, der nicht mehr für möglich gehalten wurde. Wir sind in einer Zeit angelangt, in der Formel 1 fahren gerne mit Computerspielen verglichen wird, in der wir dazu neigen, die Leistung des Autos permanent über jene des Fahrers zu stellen, eine Zeit in der wir davon ausgehen, dass Piloten Unfälle mit höchster Geschwindigkeit ohne die geringste Blessur überstehen. Suzuka hat uns auf tragischste Art daran erinnert, dass in den Autos nach wie vor junge Menschen aus Fleisch und Blut sitzen – und für einen von ihnen wird das Leben nie wieder so sein, wie vor Runde 42.“

Luis Fernando Ramos: „Die Atmosphäre im Fahrerlager von Suzuka am Sonntag nach dem Rennen. Eine gedrückte Stimmung; traurig und merkwürdig.“

Christian Nimmervoll: „Die bangen Minuten und Stunden nach dem Unfall von Jules Bianchi. So ein ungutes Gefühl im Bauch hatte ich seit Robert Kubica in Kanada 2007 nicht mehr.“

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Mit welchem Gefühl gehst du in das kommende Formel-1-Jahr?

Ernst Hausleitner: „Die Vorfreude wird überwiegen – wie vor jeder Saison. Doch es gesellt sich die Befürchtung dazu, dass die Formel 1 trotz aller Warnsignale ihren begonnen Selbstzerfleischungsprozess fortsetzen wird.“

Luis Fernando Ramos: „Mit der Hoffnung, dass die Formel 1 von den Mächtigen wieder besser behandelt wird. 2014 war in dieser Hinsicht eine Katastrophe!“

Christian Nimmervoll: „Dass Mercedes ein weiteres Mal Weltmeister wird. Und mit großer Vorfreude: Die Spannung nach Teamwechseln wie Vettel zu Ferrari und Alonso zurück zu McLaren (Nando und Ron feiern ihr Liebes-Comeback, das kann lustig werden!) ist in jeder neuen Saison etwas, das Neugier auf die Formel 1 weckt.“

 

 

Und, wie würdest Du diese Fragen beantworten? Hinterlasse die Antworten hier unten in einem Kommentar oder bei Twitter und Facebook!

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