Marie’s TOP 5

Die Formel-1-Saison 2014 befindet sich vorübergehend im Sommerschlaf. Die Rennpause ist eine gute Gelegenheit Bilanz zu ziehen. Für manche Teams und Fahrer eher eine schmerzhafte Erfahrung, bei anderen läuft es bereits seit Saisonbeginn hervorragend.

Ganz im Gegensatz zum Sport selbst, der sich in einer Krise befindet. Nicht weil wir langweilige Rennen gesehen haben, sondern viel mehr, weil man sich selbst in eben diese gebracht hat. Nämlich mit Diskussionen rund um den gewöhnungsbedürftigen Sound der neuen V6-Turbo-Motoren oder allgemein über die neue Technik der Königsklasse. Viele wollen zurück zu Herkömmlichem, viele wollen mehr Spektakel, doch im Grunde kann nur der Sport selbst sein Image retten. Und das tat er zumindest bei den letzten drei Rennen in Silverstone, Hockenheim und am Hungaroring mit Bravour. Mögen die Spiele in Spa-Francorchamps so spannend weitergehen.

Für Spannung sorgt vor allem der Titelkampf an der Spitze zwischen den beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton. Beide dominierten, beide mussten aber auch aufgrund von technischen Mängeln Rennen beenden. Schon jetzt weiß man, dass sich im Kampf um die Krone alles um diese beiden Fahrer drehen wird. Denn die ersten Verfolger Daniel Ricciardo (Red Bull) und Fernando Alonso (Ferrari) sind bereits weit abgeschlagen und kämpfen mit stumpfen Waffen.

Ich habe überlegt, wer meine TOP-5-Piloten der ersten Saisonhälfte sind und ich kam nach längerem Überlegen zu diesem Ergebnis:

Platz 5:  JULES BIANCHI

Source: Marussia F1 Team

Source: Marussia F1 Team

Der junge Ferrari-Nachwuchsfahrer ist zweifelsohne ein zukünftiger Topfahrer. Bianchi hat in Monaco etwas Großartiges geschafft – er holte die ersten Punkte für sein Team Marussia. Noch vor einem Jahr hätte dies niemand für möglich gehalten, nun machte der Franzose das Unmögliche wahr, natürlich auch mit dem gewissen Quäntchen Glück. Außerdem gefiel er mir auch bei den Testfahrten in Silverstone sehr gut, wo er den zuvor verunfallten Kimi Räikkönen ersetzte und prompt die schnellste Zeit herausfuhr. Ich glaube, dass man Bianchi früher oder später einmal in einem Ferrari sehen wird. Für die restliche Saison wären Einzüge in den zweiten Qualifying-Abschnitt schon ein Erfolg, wie zuletzt in Ungarn.

Platz 4:  LEWIS HAMILTON

Der Weltmeister von 2008 hat Biss – das wissen wir nicht erst seit dieser Saison. Der Mercedes-Pilot musste in dieser Saison trotz seines Top-Autos schon des Öfteren die Zähne zusammenbeissen. Denn während es bei Teamkollegen Nico Rosberg (fast) wie am Schnürchen läuft, wird der Brite immer wieder durch technische Defekte gebremst. Und doch kämpft er sich immer wieder ganz nach oben. Schon den Saisonauftakt in Australien hätte eigentlich Hamilton gewinnen sollen, doch sein Mercedes streikte. In den letzten beiden Rennen in Hockenheim und Ungarn startete er beide Male von ganz hinten und kämpfte sich wie ein Löwe durch das Feld. Auch kleinere Quärelen mit Rosberg gehören dazu, und ich meine, er handelte in Ungarn richtig, indem er den Deutschen nicht vorbeigelassen hatte. Immerhin wollen wir ehrlichen Rennsport sehen. Und den zeigte uns in diesem Jahr schon des Öfteren Lewis Hamilton.

Platz 3:  VALTTERI BOTTAS

Source: Glenn Dunbar/Williams F1

Source: Glenn Dunbar/Williams F1

Ein kühler Finne mit blondem Haar, der wenig redet dafür auf der Rennstrecke richtig aufdreht. Ja, die Beschreibung würde auf Kimi Räikkönen passen. Doch seit dieser Saison gibt es eine neue Nummer 1 im finnischen Lager. Valtteri Bottas, der Williams-Pilot, hat in dieser Saison sein weißes Gefährt bereits dreimal auf das Podium stellen können. Und das auf eindrucksvolle Weise. Er fährt konstanter als sein Teamkollege Felipe Massa, der mit weit mehr Erfahrung in diese Saison gestartet ist. Für mich ist Bottas die Zukunftshoffnung der Finnen. In diesem Jahr sind ihm durchaus noch einige Besuche auf dem Podium und sogar der erste Sieg zuzutrauen.

Platz 2:  FERNANDO ALONSO

Source: Scuderia Ferrari

Source: Scuderia Ferrari

Eine unterlegene rote Göttin und ein Ex-Weltmeister als Teamkollege – keine leichten Voraussetzungen für Fernando Alonso, der in dieser Saison endlich seinen ersten Titel mit der Scuderia Ferrari holen wollte. Doch daraus wird nichts – das kann man schon zu Saisonmitte sagen. Doch trotz trostlosen Aussichten und Flirtereien mit Teams wie McLaren ist der Spanier motiviert. Und das spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider. Teamkollegen Räikkönen hat er nach belieben in der Hand. Und mit diesem schwierig zu fahrenden Ferrari schaffen es nur die wenigsten aufs Treppchen. Dieses Kunststück brachte der Weltmeister von 2005 und 2006 in diesem Jahr schon zweimal zustande. Und auch weitere Podien sind keinesfalls auszuschließen. Ferrari sollte sich ernsthafte Zukunftsgedanken machen, denn sollte auch der nächstjährige Bolide eine solche Katastrophe werden, dann ist Alonso schneller weg, als Neo-Teamchef Mattiaci und Ferrari-Boss di Montezemolo schauen können.

Platz 1:  DANIEL RICCIARDO

Source: Red Bull (Adam Pretty/Getty Images)

Source: Red Bull (Adam Pretty/Getty Images)

Die klare Nummer eins und damit die Überraschung dieser ersten Saisonhälfte ist der Australier Daniel Ricciardo. Der Red-Bull-Fahrer spielt sich nicht nur mit dem vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel, sondern ist er auch der einzige Fahrer, der es geschafft hat die Mercedes-Dominanz zu durchbrechen. Er gewann nicht nur in Kanada sondern auch den Großen Preis von Ungarn. Dass Ricciardo das Zeug hat, ein Großer zu werden, war von Anfang an klar. Doch, dass er so auftreten würde, davon ist sogar Vettel und Red-Bull-Berater Helmut Marko überrascht gewesen. Ich bin sehr erfreut, dass wir in diesem Jahr ein neues Siegergesicht sehen durften und glaube, dass Ricciardo nicht zuletzt dank seines strahlenden Lächelns uns noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

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