Marie On Tour: Österreich-Grand-Prix Teil 2

Auf den Freitag und die erste Ausfahrt der Formel-1-Boliden freue ich mich immer am meisten. Und immer wenn ich bei einem Grand Prix bin, kommen Bilder von meinem ersten Formel-1-Rennen, das ich vor Ort bewusst wahrgenommen habe, hoch. Ungarn 2008. Als wir damals am Freitag zeitig in der Früh vom Hotel Richtung Strecke gefahren sind, verspürte ich eine so große Vorfreude in mir – unbeschreiblich. Nachdem wir vom Parkplatz in Richtung Start-Ziel-Tribüne gingen, heulten plötzlich die Motoren (damals noch V8-Saugmotoren) auf. Diesen Moment werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Dieser Lärm. Wenn man den Boliden schon hört, bevor man ihn überhaupt zu Gesicht bekommt. Kaum zu erwähnen, dass ich das ganze Freie Training über Gänsehaut hatte.

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Leider gab es diese Gänsehaut in Spielberg nicht. Als die GP2 das Qualifying absolvierte, und danach das zweite Freie Training der Formel 1 startete, war ich enttäuscht. Mir fehlte die Emotion. Nicht nur von Seiten des Lärms. Auch die Fans auf der Süd-West-Tribüne waren sehr verhalten. Und trotzdem war es schön, die Autos live zu sehen und zu hören. Nun konnte ich mir ein Bild davon machen, wie die Boliden wirklich klingen. Ich habe auch gar nicht viel erwartet, doch war es enttäuschend. Sprach man mit anderen Fans, so ergab sich ein eindeutiges Bild: Die GP2 ist viel besser, als die Formel 1.

Nach einem relativ unspektakulären Freien Training unter dem Regenschirm, begann die Party auf den Campingplätzen. Im Rahmen des Formel-1-Wochenendes wurden auch Konzerte veranstaltet – am Freitag spielten Awolnation und Sportfreunde Stiller. Immerhin 25.000 Besucher waren gekommen, um den Bands zu lauschen. Insgesamt erinnerte die Situation und Atmosphäre an ein Festival. Dreck, Wiesen, Bier und Party. An ein Qualifying am nächsten Tag dachten dabei nicht viele.

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Dabei habe ich eine Runde von Oberösterreichern auf dem Konzertgelände kennengelernt, die ihre eigene kleine Stadt auf dem Campingplatz aufgebaut hatten. Samt riesigem Zelt, Gartenzaun, Ortstafel und Postkasten mit eigener Postleitzahl – das nenne ich kreativ. Eine andere Partie von Fans richtete sich im Freien ein Wohnzimmer samt Fauteuil und Sofa ein. Im uralten Fernsehgerät lief der Österreich-Grand-Prix von 1984, den bekanntlich Niki Lauda gewinnen konnte. Mit jedem Überholmanöver, das Heinz Prüller außer sich mit überschlagender Stimme kommentierte, jubelte die ganze Truppe mit als wäre das Rennen live. Hardcore-Fans eben.

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