Marie On Tour: Österreich-Grand-Prix Teil 1

Rot, weiß, rot. Farben, die man in der Formel 1 lange Zeit vergeblich gesucht hat. Zumindest wenn man den Rennkalender oder das Fahrerfeld begutachtet hat. Im Hintergrund mischen Bürger der Alpenrepublik sehr wohl mit. Ob Niki „Nationale“ Lauda, Monisha Kaltenborn oder Toto Wolff. Dietrich Mateschitz ist in diese Riege ebenfalls einzuordnen. Der Chef des Getränkeherstellers Red Bull hat sich mit der Wiederauferstehung des Österreich-Grand-Prix ein Denkmal gesetzt.

Im Juli 2013 kam völlig überraschend die Nachricht über die Rückkehr des Formel-1-Rennens nach Österreich. Niemand hat noch daran geglaubt. Am allerwenigstens die Bewohner der Region Murtal selbst. Denn nach elfjähriger Abstinenz gab man die Hoffnung auf ein Wunder halbherzig auf. Man hat sich mit der Trostlosigkeit angefreundet. Das Thema ‚Formel 1‘ wollte man nicht mehr hören. Die Wunden waren noch zu frisch, der Schmerz über die hoffnungslose Situation groß. Der Ärger über politische Entscheidungen ebenfalls, doch die Passion und Leidenschaft zum Sport weiterhin ungebrochen.

Von begeisterten Journalisten und irritierten Skandinaviern

Die Euphorie konnte man schon am Donnerstag wahrnehmen, als mehr Zuschauer, als von den Einsatzkräften erwartet, ins Aichfeld stürmten. Durch die Anmeldung der Camper bildeten sich auf den Zufahrtsstraßen zum Ringgelände Autokolonnen. Gegen 15 Uhr bekamen Besitzer einer Dreitageskarte die Möglichkeit in die Boxengasse zu gehen. Die Teams haben bereits ihre Boxen aufgebaut und die Boliden wurden für das Wochenende vor den Fanmassen hergerichtet.

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Ungewöhnliche Begegnungen hatte ich dabei mit Kevin Magnussen und Kimi Räikkönen. Denn als ich gerade die Boxengasse entlangging und mich vor der Ferrari-Box aufstellte, ging der junge Däne mit lässigem Schritt an mir vorüber. Da ich anscheinend die einzige war, die den McLaren-Fahrer erkannte, war dieser dementsprechend verplüfft als ich ihm ein lautes „Hi Kevin“ zurief. Trotzdem behilt der Skandinavier die Fassung und vergaß nicht auf seine Manieren. Mit einem leisen „Hi“ entschwand der Blondschopf Richtung FIA-Garage.

Und auch Kimi Räikkönen konnte ich dezent aus der Fassung bringen, indem ich schlichtweg seinen Namen rief. Nun, mein Fan-Verhalten war wirklich keine Seltenheit für solch einen Fahrer und doch war er ein wenig irritiert, als er mit Jeans und rotem Cap in seinem Ferrari F14-T Probe saß. Nachdem der Gürtel wieder angezogen und die Sonnenbrille wieder aufgesetzt war, hob der Finne gnädig noch kurz seine tattowierte Hand zu einem Fangruß und verschwand sogleich wieder hinter die Kulissen.

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Sichtlich beeindruckt von den Massen – nein, es war nicht wirklich angenehm sich durch die Boxengasse zu zwängen – sah man auch einige Journalisten, die mit ihren Smartphones Fotos für Twitter und Co. schossen. Und ob der lauten Zurufe kamen sogar das sonst hoch seriöse Kommentatoren-Duo Ernst Hausleitner und Alex Wurz bei ihren TV-Aufzeichnungen kurzerhand aus dem Konzept.

Die Begeisterung lag in der Luft, egal ob auf dem Campingplatz oder auf den Tribünen. Man konnte spüren, dass die Menschen hungrig waren und dass sich die aufgestaute Euphorie schon an diesem Donnerstag entlud. Wer glücklich genug war, der konnte mit gekonnter Ellbogentechnik sogar ein Autogramm der Fahrer ergattern. Aber auch ohne ein solches war es ein gelungener erster Tag an der Rennstrecke.

2 Gedanken zu “Marie On Tour: Österreich-Grand-Prix Teil 1

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