Zu Gast in Abu Dhabi

Yas Island.  Das arabische Emirat Abu Dhabi wird 2014 einen ganz besonderen Grand Prix ausrichten. Es wird der letzte in dieser Saison sein. Und nicht nur das: erstmals werden für einen Grand Prix doppelte Punkte vergeben werden.

33 Monate Bauzeit. 2009 wurde schlussendlich der erste Grand Prix in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefahren. Neun Rechtskurven, elf Linkskurven. Gegen den Uhrzeigersinn geht es fünfundfünfzigmal um den 5,5 Kilometer langen Kurs auf der Yas-Insel. Sheikh Mohammed bin Zayed bin Sultan Al Nahyan höchstpersönlich lässt sich dieses Spektakel nicht entgehen.

Ich war diese Woche vor Ort um mir die Strecke und die Anlage anzusehen. Obwohl die meisten Rennstrecken, die von Hermann Tilke entworfen wurden, relativ unspektakuläre Rennen bieten, ist Abu Dhabi sehr beeindruckend. Alles glänzt. Auch der Boden in den Boxen.

Der Arbeitsplatz von Charlie Whiting ist einer der wichtigsten in diesem Sport. Der Raum der „Race Control“ ist von Bildschirmen übersät. So haben die Stewards die Fahrer immer im Auge. Und wenn sie alles richtig gemacht haben, dann werden die ersten drei Fahrer in den „Podium Waiting Room“ eskortiert.  Ist die Rolex am Handgelenk und das Pirelli-Kaperl auf dem Kopf, dann geht es auf das Podium. Der Ausblick von dort oben ist toll – man fühlt sich ein kleines bisschen wie ein Sieger. Wenn dann auch noch die richtige Fahne aufgezogen und die richtige Hymne gespielt wird, dann kann man schon einmal emotional werden.

Da in den Emiraten Alkohol offiziell verboten ist, wird auf dem Podium mit alkoholfreiem Sprudel angestoßen. Doch nicht Rosenwasser wird getrunken, sondern simples „7-Up“ wird vom Sieger geschüttelt und versprüht.

Und dann beginnen die Schreiberlinge mit ihrer Arbeit im Media Center. Auch die Teammitglieder müssen nach dem Rennen alles zusammenpacken und die eigenen Villen, die von der Rennstrecke zur Verfügung gestellt werden, wieder räumen. Dann wird wieder ein Jahr gewartet. Auf das nächste Spektakel.

Für Fans der Kultmarke Ferrari wird in der Ferrari World das ganze Jahr über rote Action geboten. Und auch die Ferrari-Weltmeister werden dort geehrt. Ein bisschen Platz wurde neben dem Bild von Kimi Räikkönen (Weltmeister 2007) freigelassen – die Tifosi geben die Hoffnung nicht auf, dass es vielleicht dieses Jahr ein Spanier schafft.

Bis der Zirkus jedoch in den Emiraten Station macht, dauert es noch ein wenig. In 268 Tagen, 16 Stunden, 20 Minuten werden die roten Lichter wieder ausgehen und der Kampf in der orientalischen Dämmerung beginnt aufs Neue.

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