«A gmahte Wiesn»

Die Saison 2013 ist Geschichte. Sebastian Vettel ist Weltmeister – soweit, so gut. Aber welche kleineren und größeren Malheurs es dieses Jahr gegeben hat, dürfte der ein oder andere schon wieder vergessen haben. Deshalb ein Rückblick.

Auftakt in Australien
Die Saison hat überraschend begonnen. Der Iceman hat wieder zugeschlagen. Nachdem Räikkönen schon in seiner Comeback-Saison den Grand Prix von Abu Dhabi gewann, war auch der Auftaktsieg in Melbourne sein. Der Lotus war am Anfang dieser Saison ein absoluter Reifenflüsterer, was Räikkönen half eine Zwei-Stopp-Strategie fahren zu können. Damit trickste er die Konkurrenz aus. Lotus war voller Motivation, immerhin kam Kimi Räikkönen als Führender nach Malaysia. Alonso fing das Jahr ebenfalls gut an. Der zweite Platz vor Vettel gab den Roten Selbstvertrauen. Vielleicht könne man die Bullen in dieser Saison schlagen?

Multi Malaysia
Gleich beim zweiten Saisonrennen gab es einen Skandal. Der Code “Multi 21” prägte den Grand Prix von Malaysia. Das Kriegsbeil zwischen den Red-Bull-Racing-Piloten Mark Webber und Sebastian Vettel wurde wieder ausgegraben. Nachdem Webber in Führung lag und Vettel als Zweiter nicht an seinem Teamkollegen vorbeikam, wurde es schmutzig. Vettel ätze am Teamfunk “Mark is too slow. Get him out of the way!“ Webber musste Vettel nach einem harten Fight passieren lassen. Davor sprach das Team jedoch ein Machtwort, indem man beiden Fahrern das Codewort “Multi 21″ funkte. Dies bedeutete, dass Auto Nummer zwei (Webber) vor Auto Nummer eins (Vettel) ins Ziel kommen soll. Webber wurde dazu angehalten seine Motorleistung auf 80 Prozent runterzuschrauben, weil der Sieg sowieso ausgemacht sei. Doch da machten Red Bull und Webber die Rechnung ohne den Heppenheimer. Vettel griff Webber mit vollem Speed an, dieser war verwundert, warum Vettel plötzlich so aggressiv gegen ihn fährt. Schlussendlich überholte Vettel den Australier und gewann somit auch das Rennen. Die Stimmung auf dem Podium glich einer Beerdigung.

Zwei skurrile Momente im Rennen boten Fernando Alonso und Lewis Hamilton. Der Spanier touchierte bereits in der ersten Kurve Vettel’s Heck leicht. Sein Frontflügel war angeknackst. Man holte ihn jedoch nicht an die Box. Diese Entscheidung bereute Alonso bereits auf der Start-Ziel-Geraden, als ihm der abgebrochene Frontflügel unter sein Auto rutscht. Er beendete das Rennen im Kiesbett.

Lewis Hamilton fuhr in Malaysia das zweite Rennen für seinen neuen Arbeitgeber Mercedes. Verinnerlicht dürfte der Brite das aber noch nicht haben. Bei einem routinemäßigen Boxenstopp stattete er seiner ehemaligen Crew bei McLaren einen Besuch ab.

Auch im Hintergrund rumorte es. Fernando Alonso und Mark Webber gingen in Dubai gemeinsam Abendessen. Ein Foto wurde von Alonso auf Twitter verbreitet. Sofort stürzten sich die Medien auf diese Nachricht. Alonso und Webber würden unter einer Decke stecken und gegen Vettel eine Armada bilden. Somit war schon früh in dem Jahr viel Zündstoff geboten. In Wirklichkeit gingen zwei Freunde gemeinsam essen. Nicht mehr. Nicht weniger.

China , Bahrain & Spanien
Das dritte Rennen. Der dritte Sieger. Fernando Alonso gewann in China und mischte sich in den Weltmeisterschaftskampf zwischen Räikkönen und Vettel ein. Doch das beherrschende Thema waren die Pirelli-Pneus. Auch in Bahrain. Beim vierten Rennen gewann Vettel sein zweites Rennen in dieser Saison. Dahinter standen Räikkönen und Grosjean auf dem Podium – das gleiche Bild, wie ein Jahr zuvor. Im Wüstenstaat sorgte abermals Fernando Alonso für eine belustigenden Szene, als sich die Flügelklappe seines Heckflügels für sein DRS (Drag Reduction System) nicht mehr schließen ließ. Die Ferrari-Mechaniker mussten mit purer Manneskraft den Flügel nach unten drücken. Das Duell des Rennens lieferten sich die beiden neuen McLaren-Teamkollegen Jenson Button und Sergio Perez. Der Mexikaner fuhr gnadenlos mit der Brechstange gegen Kollegen Button, der sich wild via Funk aufblusterte.

Fernando Alonso war es aber auch, der bei seinem Heimrennen in Barcelona siegte und somit der zweite Fahrer war, der in dieser Saison zwei Rennen für sich entscheiden konnte. Ganz Spanien feierte seinen Helden.

Meisterwerk in Monaco
Wie der Vater, so der Sohn. Keke Rosberg war 1982 Formel-1-Weltmeister – der erste Finne, der die Krone gewinnen konnte. Und er ist der Vater von Nico Rosberg. Der Deutsche, der seit 2006 in der Formel-1 fährt. 2010 unterschrieb Rosberg bei Mercedes; er wurde Teamkollege von Michael Schumacher. 2012 gewann Rosberg sein erstes Rennen mit Mercedes in China. Damit hat Rosberg bewiesen, dass er seinem Nachnamen gerecht wird. Beim heurigen Grand Prix von Monaco lief es ähnlich gut für den 28-Jährigen. Rosberg gewann das sechste Rennen der Saison – genau 30 Jahre nachdem sein Vater in Monaco triumphierte. Ein Meisterwerk der Rosbergs.

Doch für die Szenen des Rennens sorgten andere. Nachdem Ferrari-Pilot Felipe Massa schon im dritten freien Training in die Leitplanken gekracht war, schaffte er dieses Kunststück im Rennen abermals. Auch Kollege Pastor Maldonado machte Bekanntschaft mit den Absperrungen auf dem Kurs im Fürstentum. Der Venezolaner bekam unfreiwillig eine von einem Marussia-Fahrer mit. Aufgrund der starken Zerstörung der Streckenbegrenzung wurde das Rennen mit der roten Flagge in Runde 46 unterbrochen. Auch das zweite «Crash kid» machte seinem Ruf alle Ehre. Romain Grosjean küsste das Hinterteil von Toro-Rosso-Pilot Ricciardo nach der Tunnelausfahrt. An selbiger Stelle zeigte sich der Mexikaner Perez sehr aggressiv. Nachdem er schon mehrere Fahrer kurz vor der Schikane nach dem Tunnel überholen konnte, ließ Kimi Räikkönen ihn nicht vorbei. Das Resultat war ein verkorkstes Rennen für beide. Und wieder einmal eine legendäre Aussage vom Iceman.

Die Test-Affäre
Schon am Montag nach dem großen Triumph von Nico Rosberg in Monte Carlo sprach niemand mehr über diese Meisterleistung. Denn im Fahrerlager von Monaco wurde ein handfester Skandal aufgedeckt. Mercedes habe unerlaubte Testfahrten abgehalten. Die Formel-1-Saison hatte ihr nächstes Drama. Pirelli’s Kasperltheater ging schmutzig weiter.Mercedes musste vor dem World Council des Weltautomobilverbandes FIA vorsprechen. Die Verhandlungen dauerten zwei Tage. Urteil: schuldig. Die Strafe war jedoch mild. Mercedes und Pirelli wurden verwarnt und mussten zwei Drittel der Verhandlungskosten übernehmen. Zusätzlich durfte Mercedes nicht an den “Young Driver Tests” teilnehmen. Ross Brawn hat dieser Fall so sehr geschadet, dass er nach der Saison seinen Sessel bei Mercedes räumen musste.

Trauer in Kanada
Ein sehr trauriges Ereignis passierte beim Grand Prix von Kanada. Während das Rennen wenig spektakulär Sebastian Vettel als Sieger sah, geschah neben der Strecke ein tödlicher Unfall. Der Sauber-Pilot Esteban Gutierrez verabschiedete sich in Runde 67 von 70 in die Leitplanken. Während der Aufräumarbeiten mit einem Kran, wurde ein Marshall, der gerade sein Funkgerät aufheben wollte, von dem Gefährt überrollt und getötet. Seit zwölf Jahren wurde kein Streckenarbeiter mehr tödlich verletzt.

Silly Season besonders verrückt
In diesem Jahr begann die «Silly Season» – die Zeit in der Saison, wo die freien Cockpits diskutiert und alle möglichen oder unmöglichen Fahrerpaarungen zusammengestellt werden – schon zu Mitte der Saison. Mark Webber war der Auslöser für den frühen Beginn der Spekulationen. Er gab am 27. Juni seinen Abgang von Red Bull Racing bekannt. Damit war eines der besten Cockpits frei geworden. Räikkönen und andere Fahrer wurden als neue Teamkollegen von Vettel gehandelt. Im Endeffekt wurde ein junger Australier aus den eigenen Reihen ausgewählt. Am 2. September gab das österreichische Team Daniel Ricciardo als neuen Fahrer von Red Bull Racing bekannt. Ricciardo ging heuer für das Red Bull Tochterteam Toro Rosso an den Start.

Aber auch Räikkönen sollte noch eine wichtige Rolle im Poker um die besten Cockpits spielen. Denn er wurde lange Zeit mit mehreren Top-Teams in Verbindung gebracht. Schlussendlich aber entschied sich der Finne für die Heimkehr zu einem ehemaligen Arbeitgeber – die Scuderia Ferrari. Damit ist das Dreamteam für die kommende Saison perfekt – Räikkönen und Alonso.

Mittlerweile ist auch die Situation bei Lotus geklärt. Da Räikkönen das Team verlässt und Lotus das eindeutig beste Mittelfeldteam ist, rissen sich viele Fahrer um das schwarz-goldene Cockpit. Hülkenberg, der bei Sauber unglücklich war, aber schlussendlich bei Force India Zuflucht fand. Perez, der bei McLaren wegen dem jungen Dänen Magnussen eliminiert worden war, und nun mit Hülkenberg bei Force India fährt. Auch Räikkönen-Ersatzfahrer Heikki Kovalainen stand auf der Liste von Lotus-Teamchef Eric Roulier. Doch am Ende entschied wohl das Geld: Pastor Maldonado, der bei Williams für Massa Platz machen musste, wird als neuer Pilot an der Seite von Romain Grosjean nächstes Jahr für Lotus an den Start gehen.

Schock in Silverstone
Nachdem Vettel seinen dritten Sieg in Kanada feiern konnte, ging es nach Großbritannien. Nach der Test-Affäre von Mercedes stand der Reifenlieferant Pirelli ordentlich in der Kritik. Das Rennen im englischen Silverstone sollte die Reputation des Reifenmagnaten nicht gerade verbessern. Doch zuvor zum Qualifying – die beiden Mercedes-Piloten Hamilton und Rosberg dominierten. Lewis Hamilton holte sich die Pole – er witterte seinen ersten Mercedes-Sieg. Und das auch noch beim Heimrennen. Rosberg startete von zwei, Vettel von drei. Doch Hamilton freute sich zu früh, denn sein Traum platzte – im wahrsten Sinn des Wortes – in Runde acht. Sein linkes Hinterrad verabschiedete sich nämlich plötzlich. Dasselbe Schicksal teilten auch die Herren Massa, Vergne und Perez. So wurde der erste Mercedes-Sieg für Hamilton aufgeschoben und die Kritik an Pirelli immer lauter. Schlussendlich entschied man sich bei den Italienern dazu, die Reifen noch vor dem Deutschland-Grand-Prix umzubauen. Anstatt des Stahlbandes im inneren des Reifen wurde nun ein Kevlarband eingesetzt. Die Reifenmischungen blieben dieselben. Trotzdem gab es große Gewinner und einige Verlierer in der Reifendebatte. Red Bull war der größte Nutznießer, was sich in der zweiten Saisonhälfte deutlich herausstellte.

Dumme Fehler in Deutschland
Am Nürburgring gelang Vettel sein erster Sieg vor heimischem Publikum. Nichts Ungewöhnliches also. Das wirkliche Highlight im negativen Sinne veranstaltete Marussia. Jules Bianchi musste nach einem technischen Gebrechen sein Fahrzeug am Streckenrand abstellen. Der Franzose dachte sich nicht viel dabei – das war jedoch fatal. Sein Arbeitsgerät setzte sich nämlich von selbst wieder in Bewegung und rollte den kleinen Hügel hinunter, quer über die Rennstrecke. Man kann wirklich von Glück sprechen, dass bei diesem Vorfall nichts Gröberes passiert ist. Der Marussia wurde schlussendlich von den Streckenposten wieder eingefangen.
Für eine andere sehr prekäre Szene sorgte die Red Bull Boxencrew. Beim Boxenstopp von Mark Webber wurde ein Rad nicht richtig befestigt und flog in hohem Bogen durch die gesamte Boxengasse, als es schlussendlich einen Kameramann am Kopf trifft. Seit diesem Vorfall wurden die Vorschriften für Kameramänner in den Boxen strenger geregelt. Der Mann kam mit leichten Verletzungen davon.

Hamilton hungry in Hungary
Lewis Hamiltons Wechsel zu Mercedes hat viele überrascht. Die Mehrheit der Community war sehr skeptisch. Denn in drei Jahren konnte Mercedes mit Schumacher/Rosberg gerade einmal einen Sieg (Rosberg – China 2012) vorweisen. Doch das deutsche Team strebte einen Richtungswechsel mit konsequenten Personalentscheidungen an. Toto Wolff statt Norbert Haug als Motorsportchef, Niki Lauda als Aufsichtsratsvorsitzender, Paddy Lowe als technischer Verantwortlicher (und baldiger Teamchef) und Lewis Hamilton als Top-Pilot. Das Konzept wurde umgekrempelt. Und der Plan schien dieses Jahr zu funktionieren. Rosberg triumphierte bereits in Monaco und Silverstone, Hamilton konnte noch keinen Sieg vorweisen. Doch in Ungarn sollte es endlich soweit sein. Der Engländer wurde für seine mutige Entscheidung belohnt, denn vergleicht man den heurigen Mercedes mit McLaren, dann kann Hamilton heil froh sein gewechselt zu haben. Immerhin wurde Mercedes zweiter in der Konstrukteurs-WM.

Austria is back!
Kurz vor der dreiwöchigen Sommerpause zwischen den Rennen in Ungarn und Belgien, platzte eine mediale Bombe im Formel-1-Zirkus. Red Bull gab eine kurze Pressemitteilung heraus, in der die Rückkehr Österreichs in den Formel 1-Kalender bestätigt wurde. Am 22. Juni 2014 wird der Grand Prix von Österreich am Red Bull Ring in Spielberg ausgetragen werden. Am 24. November begann der Ticketverkauf für das Rennen. In nur drei Tagen waren alle Karten ausverkauft. In der Region in der Steiermark werden bereits erste Vorbereitungen getroffen – Hotels werden gebaut und renoviert, das Streckengelände in Spielberg wird vergrößert und Tribünen werden ergänzt. Nur die Umweltverträglichkeitsprüfung steht noch aus.

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Super-Seb in Spa
Nach dem Grand Prix von Ungarn und der dreiwöchigen Sommerpause begann eine neue Zeitrechnung. Die des Sebastian Vettel. Denn nach dem Hamilton-Sieg folgte nur mehr sein Name in den Siegeslisten. Seit Spa-Francorchamps gewann Vettel neun Rennen in Folge. Der vierte Streich war ihm schon früh nicht mehr zu nehmen. In Belgien warf ein technischer Defekt Mitkonkurrenten Räikkönen endgültig aus dem WM-Rennen. Eine defekte Bremskühlung führte zur Überhitzung der Bremsen. Ein weiteres kurioses Manöver sah man an diesem Wochenende in den Ardennen von Pastor Maldonado. Er war sich bei der Boxeneinfahrt nicht ganz grün mit den Kollegen von Force India und verräumte beide beim Versuch in die Pits zu fahren.

Magic Monza
Das Rennen in Italien ist immer ein ganz besonderes. Der Kurs im Park von Monza erzählt viele Geschichten. Heuer gewann Vettel im Ferrari-Land. Dass das nicht gut gehen kann, ohne blöde Bemerkungen oder dergleichen war fast klar. Im Ferrari-Land muss auch ein Roter gewinnen. Alonso und Massa hatten jedoch keine realistische Siegchance. Den Fans war das aber egal. Sie feierten ihre beiden Helden trotzdem. Und ließen Vettel spüren, dass er unerwünscht ist am Siegertreppchen. Mit einem wilden Pfeifkonzert buhten die Tifosi den Deutschen aus. Ihm war’s relativ egal, immerhin nahm er ganze 25 Punkte mit nach Singapur.

Scandalous Singapore
Am Beginn der Asien-Tournee war Vettel abermals nicht zu stoppen. Sein Teamkollege Webber hingegen schon. Auf Grund eines technischen Gebrechens brach am RB9 von Webber plötzlich Feuer aus. Weil er seinen Boliden mitten auf dem Stadtkurs parkte, hätte er den ganzen Weg zurück zu den Boxen laufen müssen. Er nahm dabei ein ganz spezielles Taxi, das teuer werden sollte. Sein Kumpel Alonso blieb mitten auf der Strecke stehen und ließ Webber einsteigen. Die beiden Mercedes Fahrer Rosberg und Hamilton hatten Glück in ihrer Auslaufrunde nicht auf den Ferrari, der in einer unübersichtlichen Kurve hielt, aufzufahren. Webber und Alonso wurden für die Aktion von den FIA-Stewards verwarnt. Da Webber bereits zwei Verwarnung in der Tasche hatte, wurde er beim nächsten Rennen in Korea in der Startaufstellung zurückversetzt.

Ein anderer Titelkontrahent von Vettel ließ mit gesundheitlichen Problemen aufhorchen. Kimi Räikkönen erwischte im freien Training am Freitag einen Kerb mit voller Wucht, was sich negativ auf seinen Rücken auswirkte. Der Finne konnte nur mit Schmerzmittel an den Start des samstäglichen Qualifyings gehen. Das Rennen beendete der Lotus-Pilot auf Rang drei.

Kuriosum Korea
Das zweite Rennen der Asien-Serie entschied abermals Sebastian Vettel für sich. Wem das nun schon langweilig vorkommt, dem sei gesagt – in Korea wurde einiges geboten. Felipe Massa fabrizierte einen Dreher in der Anfangsphase, Paul di Resta stellte seinen Force India schon zum wiederholten Male in die Mauer, Sergio Perez erlitt einen Reifenplatzer, Grosjean und Räikkönen lieferten sich einen guten Fight, Mark Webber stand wieder einmal in Flammen und Nico Rosberg verlor seinen Frontflügel auf spektakuläre Art und Weise.

Japan & Indien
Der Grand Prix von Japan war nicht gerade einer der spannendsten. Aber auch in Suzuka gab es die ein oder andere kuriose Szene. Zum Beispiel, als Lewis Hamilton sein Rennen schon wieder wegen eines Reifenschadens beenden musste. Nach Silverstone dürfte Hamilton bereits an Albträumen über die Pirelli-Pneus leiden. Auch interessant war die Teamorder von Ferrari. Ein altbewährtes Mittel der Roten, das man heuer aber auch schon bei Red Bull, Mercedes oder Lotus gesehen hat. Unverständlich nur in der Hinsicht, dass Alonso zu diesem Zeitpunkt nur mehr eine theoretische Chance auf den Titel hatte. Felipe Massa machte trotzdem Platz.

In Indien war es dann endlich so weit. Sebastian Vettel krönte sich mit seinem Sieg zum jüngsten vierfachen Weltmeister. Die Donuts nach dem Rennen werden wohl als die teuersten in die Geschichte eingehen – Red Bull Racing musste 25.000 Dollar Strafe zahlen. Verschmerzbar. Teamkollege Webber hatte wieder einmal Pech – er wurde angehalten das Auto am Streckenrand zu parken. Die altbekannte Lichtmaschine war schuld. Belustigend für die Zuseher war ein team-internes Duell. Grosjean gegen Räikkönen, wobei sich dieses Mal der Franzose die Oberhand erkämpfte. Räikkönen war auf deutlich älteren Reifen unterwegs, ließ seinen Teamkollegen aber trotzdem nicht so leicht überholen. Erst nach einem skurrilen Funkspruch von Lotus-Teammitglied Alan Permane («Get out of this fucking way!») machte Räikkönen platz. Er war aber nicht um eine Antwort verlegen («Don’t shout at me, fucker!»).

Ein schmerzvoller Abgang und ein krönender Abschluss
Auch die drei letzten Rennen sollte Sebastian Vettel gewinnen. Damit stellte er eine unglaubliche Siegesserie ein und einen neuen Rekord auf. In einer Saison hat es neben Vettel nur Michael Schumacher geschafft 13 Mal zu gewinnen. Neun Mal hintereinander hat noch niemand in einer Saison zusammengebracht, außer Vettel mit seinen Siegen in der zweiten Saisonhälfte.

Abu Dhabi sollte bereits das letzte Rennwochenende von Kimi Räikkönen in dieser Saison werden. Der Finne musste nach den Querelen von Indien von Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez dazu überredet werden, überhaupt nach Abu Dhabi zu reisen. Doch der Finne kam. Wenn auch mit Verspätung. Das Wochenende lief nicht schlecht. Im Qualifying erreichte der Iceman Platz fünf. Doch den konnte er nicht lange behalten. Die FIA-Untersuchung an Räikkönen’s Lotus E21 kam zu dem Schluss, dass der Unterboden des Wagens illegal sei. Damit wurde Räikkönen auf den letzten Startplatz zurückversetzt. Im Rennen fuhr der Finne eine Gerade lang. In der ersten Kurve kollidierte er mit einem Caterham und beschädigte so seine Vorderradaufhängung. So endet das Kapitel Lotus-Räikkönen, denn die letzten beiden Saisonrennen ließ er wegen einer vorgezogenen Rücken-Operation aus, um nächste Saison wieder fit zu sein.

Rückenschmerzen plagen auch Fernando Alonso seit seinem harten Überholmanöver gegen einen Toro Rosso in Abu Dhabi. Bei diesem Überholvorgang wurden 25 G-Kräfte frei. Normalerweise wirken nicht mehr als fünf G auf einen Piloten. Eine Untersuchung nach dem Rennen wies keine Verletzungen auf. Alonso beklagte sich dennoch über Schlaflosigkeit und Schmerzen in Rücken und Kopf. Er wird die Winterpause mit offenen Armen begrüßen, auch weil er es heuer zum vierten Mal nicht geschafft hat den Titel für die Roten zu gewinnen.

Die Rennen in Austin und Brasilien wurden ebenfalls, wie schon erwähnt, von dem deutschen Überflieger der Saison gewonnen. Zum Abschluss gab es immerhin auch noch ein Podest für Mark Webber. Beim Saisonfinale in Interlagos wurde Alonso dritter.

Die Saison 2014 beginnt am 16. März mit dem Auftaktrennen in Melbourne. Die Wintertests werden vom 28. bis 31. Jänner in Jerez, vom 19. bis 22. Februar und vom 27. Februar bis zweiten März in Bahrain stattfinden.

Expertenmeinung von Michael Noir Trawniczek:
”Räikkönen, Vettel und Alonso als Sieger der ersten drei Rennen, dazu wie schon 2012 eine schwer zu knackende „Reifen-Nuss“ von Pirelli und viel Action auf der Strecke- 2013 hat gut begonnen. Doch das ständige Lamentieren der Serienweltmeister über die „unberechenbaren Reifen“ in Verbindung mit den Delaminierungen zwangen Pirelli in die Knie. Mit den konventionellen Gummis durften Vettel und Red Bull Racing wieder seriensiegen – Teams wie Lotus zahlten den Preis. „Räumt ihn aus dem Weg!“ – der ausgebuhte, ausgefuchste, aber auch exzellent fahrende Weltmeister ist ein Vierfacher. Die F1 startet nun eine neue Ära – möge die Action bleiben und die Red Bull-Dominanz verschwinden.”

– Michael Noir Trawniczek ist leitender Redakteur Motorsport bei motorline.cc und Chefredakteur bei Rally & more

Fahrer-Wertung

Pos Driver Nationality Team Points
1 Sebastian Vettel German Red Bull Racing-Renault 397
2 Fernando Alonso Spanish Ferrari 242
3 Mark Webber Australian Red Bull Racing-Renault 199
4 Lewis Hamilton British Mercedes 189
5 Kimi Räikkönen Finnish Lotus-Renault 183
6 Nico Rosberg German Mercedes 171
7 Romain Grosjean French Lotus-Renault 132
8 Felipe Massa Brazilian Ferrari 112
9 Jenson Button British McLaren-Mercedes 73
10 Nico Hulkenberg German Sauber-Ferrari 51

Team-Wertung

Pos Team Points
1 Red Bull Racing-Renault 596
2 Mercedes 360
3 Ferrari 354
4 Lotus-Renault 315
5 McLaren-Mercedes 122
6 Force India-Mercedes 77
7 Sauber-Ferrari 57
8 STR-Ferrari 33
9 Williams-Renault 5
10 Marussia-Cosworth 0
11 Caterham-Renault 0

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