Spielberg – Teil 4

Der Startschuss fiel schon bevor der „Zirkus“ im Jahr 1997 wieder in der Steiermark gastieren würde. Und das ausgerechnet durch einen Österreicher. Der Erste, der mit einem Rennauto über den neuen A1-Ring düste, war Alexander Wurz. Er fuhr mit einem Opel-Calibra aus der ITC-Tourenwagenmeisterschaft um den Kurs und testete prompt die neu errichteten Auslaufzonen bei seinem Unfall im Remus-Knick. Alexander Wurz war auch der erste, der mit einem Formel 1- Auto die ersten Runden auf dem neuen Kurs drehte, im August 1996. Es gab schon vor dem großen Formel 1-Rennen mehrere kleinere Rennen, wie die Motorrad-WM.

Richtig ernst wurde es allerdings erst am 21. September 1997. Am Samstag fuhr Jacques Villeneuve in einem Williams-Renault in der Rundenzeit von 1:10:304 Minute die erste Poleposition auf dem neuen Kurs. Der Grand Prix am Sonntag sollte einer der spannendsten in der Geschichte werde. Gewonnen hat ihn ebenfalls Jacques Villeneuve, der viele Punkte für die Weltmeisterschaft kassierte, währenddessen seine Gegner, wie Mika Häkkinen oder Michael Schumacher größte Mühe hatten. Bei Häkkinen streikte schon in der ersten Runde der Motor, Schumacher ließ wichtige Punkte für die WM liegen, weil er in einer Gelbphase ein Auto unerlaubt überholt hatte und dafür einen Zehn-Sekunden-Strafstopp von der Rennleitung erhalten hatte.

Aber auch der einzige Österreicher im Fahrerfeld hatte bei seinem Heim-GP Pech. Gerhard Berger hatte eine sehr schlechte Startposition und erhoffte sich eine bessere Platzierung durch einen Start aus der Boxengasse. Doch dem war nicht so, er musste nach einem Dreher und Ausrutscher mit Platz 10 am Ende vorlieb nehmen.

Nachdem man den A1-Ring auf den neusten Sicherheitsstandard gebracht hatte und die Strecke auf 4,318 Kilometer verkürzt hatte, wurden dort nun sieben Jahre lang wieder Formel 1- Rennen ausgetragen. Die Strecke war bei den Fahrern jedoch nicht mehr so beliebt wie früher, als diese noch der Inbegriff einer Highspeed-Strecke war, da man den Kurs stark entschärft und zahlreiche schnelle „Mutkurven“ entfernt hatte. Man versuchte jedoch mit einigen „Stop- and- Go“ Abschnitten Überholmanöver zu erleichtern, um so die Spannung gewährleisten zu können. Die Rennstrecke hatte durch ihre besondere Lage (sie war auf drei Seiten von Hängen umgeben, die als Natur-Tribünen genutzt werden konnten) ein ganz eigenes Flair. Insgesamt bestand der umgebaute Kurs aus fünf Rechts-und zwei Linkskurven: Castrol, Remus, Gösser, Niki Lauda- und Gerhard Berger- Kurve im Infield und den beiden Zielkurven, Jochen Rindt- Kurve und Mobilkom-Kurve.

In den folgenden sieben Jahren ereignete sich natürlich auch das ein oder andere Kuriosum.

Im Jahre 1998 gab es eine sehr ungewöhnliche erste Startreihe mit Giancarlo Fisichella in einem Benetton-Playlife auf „Pole“ und Jean Alesi in einem Sauber-Petronas auf der zweiten Position. Lange konnten sich die zwei Führenden jedoch nicht auf ihren aussichtsreichen Positionen halten, da die Topteams, Ferrari und McLaren-Mercedes, schon in Lauerstellung waren. Am Ende gewann der Finne Mika Häkkinen vor seinem Teamkollegen David Coulthard, beide auf McLaren-Mercedes. Der einzige Österreicher im Fahrerfeld, Alexander Wurz, wurde Neunter.

Im folgenden Jahr, 1999, gab es einen wahrlichen Überraschungssieger. Eddie Irvine, der als Ersatzfahrer bei Ferrari für den verletzten Michael Schumacher eingesprungen war, holte sich den Sieg. Schumacher hatte sich zwei Wochen zuvor in Silverstone bei einem schweren Unfall das Bein gebrochen. Doch Irvine hatte Glück, denn hätte Coulthard Häkkinen in der ersten Kurve nicht abgeschossen, wäre dieser auch dieses Jahr wieder als Sieger hervorgegangen. Alex Wurz wurde guter Fünfter und holte sich somit seine ersten Punkte in diesem Jahr.

Im Jahr 2002 gab es beim Österreich GP einen handfesten Skandal. Am 12. Mai fand, wie nun schon seit fünf Jahren, der Grand Prix in Spielberg statt, doch dieser Tag sollte in die Geschichte eingehen. Die Hauptrollen in diesem Fall spielten der Ferrari-Teamchef Jean Todt und die beiden Fahrer Michael Schumacher und Rubens Barrichello. Da Schumacher zu dem damaligen Zeitpunkt schon um seinen fünften WM-Titel gekämpft hatte, entschloss sich Jean Todt zu einem umstrittenen Manöver. In der letzten Runde gab er Rubens Barrichello zu verstehen, dass er Schumacher überholen lassen sollte, sodass dieser den Grand Prix noch gewinnen und wichtige Punkte sammeln konnte. In der letzten Kurve vor Start-und Ziel bremste der Brasilianer seinen Ferrari tatsächlich herunter und Schumacher fuhr somit als Erster über die Ziellinie. Die Fans und die ganze F1-Welt waren enttäuscht und verärgert über die Stallorder bei Ferrari.

Fotocredit: Sutton Images

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